In einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld hat der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler es geschafft, die Analystenerwartungen mit einem gestiegenen Gewinn zu übertreffen. Das Unternehmen aus Herzogenaurach hielt die Profitabilität nahezu stabil; so war der Ergebnisrückgang deutlich geringer als von vielen befürchtet. CEO Klaus Rosenfeld konnte, angetrieben durch Sondereffekte, sogar einen deutlichen Gewinnsprung verzeichnen. Diese positive Entwicklung spiegelte sich auch in der Performance der im SDax gelisteten Aktie wider, die einen merklichen Anstieg verbuchte.
Am Markt wurde das Schaeffler-Papier sichtlich positiv aufgenommen und verzeichnete am Vormittag einen Anstieg von 12 Prozent auf 6,33 Euro. Besonders vielversprechend stellt sich die Situation im Bereich des Autozuliefergeschäfts dar: Ein günstiger Produktmix bei Motoren und Getrieben stützte die Marge, wie Juan Perez-Carrascosa, Analyst bei UBS, hervorhob. Zugleich fielen die Auftragseingänge aus dem Sektor Elektromobilität stark aus. Akshat Kacker von JPMorgan betonte des Weiteren die positive Entwicklung im Geschäft mit Autoersatzteilen, insbesondere in Amerika, welches die Schwäche im allgemeinen Industriegeschäft ausgleichen konnte.
Die Sondereffekte ausklammernd sank das Ergebnis vor Zinsen und Steuern im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 4,1 Prozent auf 322 Millionen Euro, was jedoch von Analysten als weniger drastisch angesehen wurde als angenommen. Die operative Marge ging nur leicht um 0,2 Prozentpunkte auf 7,9 Prozent zurück.
Ein Rückgang des Umsatzes um 1,6 Prozent auf 4,09 Milliarden Euro wurde verzeichnet, jedoch hätte ohne Währungseffekte ein stabiles Ergebnis erreicht werden können. Während sich die Autozulieferung und das Auto-Ersatzteilgeschäft positiv entwickelten, sah sich die Sparte mit Wälz- und Kugellagern vor allem in Europa weiterhin mit Herausforderungen konfrontiert.
Trotz der volatilen Marktbedingungen bleibt Schaeffler-Chef Klaus Rosenfeld zuversichtlich und bestätigt den Ausblick für das Gesamtjahr. Rosenfeld betont dabei insbesondere die fortschreitende Integration von Vitesco Technologies, deren vollständige Eingliederung in das laufende Jahr fällt. Die positive Resonanz auf diese Entwicklung ließ auch die Vitesco-Aktien um rund 11 Prozent steigen.
Ein besonderer Faktor für den unter dem Strich um fast 80 Prozent auf 231 Millionen Euro gestiegenen Konzerngewinn waren Sondereffekte. Insbesondere profitierte Schaeffler von einer günstigen Neubewertung des Vorratsvermögens.