Milde Frühjahrsnachrichten aus der Welt der Wirtschaftsdaten erreichen die Haushalte Deutschlands: Die konsumierenden Bürgerinnen und Bürger dürfen sich über eine Atempause in der Inflationskurve freuen. Erstmals seit längerer Zeit registriert das Statistische Bundesamt ein Nachlassen der Preissteigerungen, insbesondere bei Lebensmitteln und Energielieferungen.
Jüngst veröffentlichte Prognosen des Statistischen Bundesamts berichten von einem Inflationsrückgang auf 2,2 Prozent im Jahresvergleich. Ein solch moderater Anstieg der Verbraucherpreise war zuletzt im Frühlingsmonat April des Jahres 2021 festzustellen. Zum Vergleich: Im Februar des gegenwärtigen Jahres kletterte die Inflationsrate noch auf 2,5 Prozent und verharrte im Januar bei 2,9 Prozent.
Energie, ein wesentlicher Antreiber der Inflation, verbuchte im März einen Preisrückgang von 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies geschah trotz des Auslaufens staatlicher Preisstützen und der Anhebung der CO2-Steuer. Ebenso erfreulich für die Konsumenten: Lebensmittel erfüllten das Portemonnaie mit einer Preissenkung von 0,7 Prozent. Diese Entwicklung markiert einen Wendepunkt, denn seit Februar 2015 war eine solche Unterschreitung der Nahrungsmittelpreise gegenüber dem Vorjahreszeitraum nicht mehr zu verzeichnen. Im Gegenzug erhöhten sich die Kosten für Dienstleistungen um 3,7 Prozent.
Von Expertenseite werden weitere Prognosen mit vorsichtigem Optimismus gestreut: Laut namhaften Wirtschaftsforschungsinstituten ist im Gesamtjahresdurchschnitt mit einer spürbaren Abschwächung der Inflation auf 2,3 Prozent zu rechnen, verglichen mit 5,9 Prozent im vorangegangenen Jahr. KfW-Chefökonomin Fritzi Köhler-Geib mahnt gleichwohl, die finale Wegstrecke könne durchaus uneben sein, nimmt man das bevorstehende Ende der Mehrwertsteuervergünstigung für Gas und Wärme im April ins Visier.
Die größte Welle der Preissteigerungen liegt derweil nach Ansicht von Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank, hinter uns. Laut Kater hat sich die heftige Inflationssorge, die den Verbraucher spürbar ergriffen hatte, gelegt. Hier verspricht die Prognose einen willkommenen Wandel, bedenkt man, dass hohe Inflationsraten die Kaufkraft schmälern und folglich im vergangenen Jahr zu einer bemerkbaren Einschränkung des Privatkonsums führten, der wiederum als tragende Säule der Konjunktur gilt.
Im Verlauf vom Vormonat auf den März zeigt der Trend einen Anstieg der Verbraucherpreise um milde 0,4 Prozent, so die vorläufigen Erkenntnisse.