In der ostbrandenburgischen Gemeinde Grünheide steht eine richtungweisende Entscheidung bevor: Die Gemeindevertretung wird am Donnerstag über die umstrittene Erweiterung des Tesla-Fabrikgeländes abstimmen. Die Vorsitzende Pamela Eichmann signalisierte, dass das Abstimmungsergebnis noch ungewiss sei. Tesla zielt darauf ab, das Gelände für einen Güterbahnhof und zusätzliche Lagerkapazitäten auszubauen. Trotz eines mehrheitlich positiven Votums des Hauptausschusses zu einem Kompromissvorschlag mit geringerer Waldrodung bleibt der Ausgang der finalen Abstimmung offen.
Der Elektroautogigant kritisierte indes die jüngsten Proteste von Umweltschützern, die teilweise in Gewalt umschlugen, und machte ihren Einfluss auf die Diskussionen vor Ort geltend. Tesla verweist auf eine bisher sachliche Debatte über Umweltaspekte und betont das Engagement des Unternehmens. Zugleich spricht der Autobauer Dank aus gegenüber Kanzler Scholz und Wirtschaftsminister Habeck für deren Unterstützung.
Die Proteste, die sich über fünf Tage erstreckten, brachten die Gegnerschaft zum Ausdruck: Aktivisten warnten vor Umweltrisiken und stemmen sich gegen Teslas Expansionspläne. Die Versuche, das Fabrikareal zu betreten, wurden von der Polizei unterbunden, es folgten mehrere Strafanzeigen und Festnahmen. Widerstandsgruppierungen kündigen weitere Aktionen an.
Die Entscheidung in Grünheide fällt über den Bebauungsplan, der auch die Rodung eines Waldgebietes von ursprünglich vorgesehenen über 100 Hektar umfasst. Eine Bürgerbefragung signalisierte im Februar eine Mehrheit gegen die Erweiterung, ein nicht bindendes, jedoch beachtenswertes Votum. Bürgermeister Christiani legte daraufhin einen überarbeiteten Plan vor, der signifikant weniger Waldabholzung vorsieht und somit auf das Bürgerfeedback reagiert. Mit dieser Anpassung erhofft sich der Bürgermeister eine breite Zustimmung innerhalb der Gemeindevertretung.