14. April, 2026

Wirtschaft

Energiekrise in der Ukraine: Massiver Infrastrukturausfall nach russischen Angriffen

Energiekrise in der Ukraine: Massiver Infrastrukturausfall nach russischen Angriffen

In einer beispiellosen Welle der Zerstörung haben russische Offensiveoperationen den Großteil der ukrainischen Wärmekraftwerk-Infrastruktur lahmgelegt oder erobert. Laut aktuellen Medienrecherchen in der Ukraine und Firmenberichten steht das Staatsunternehmen Zentrenerho nun ohne jegliche Stromproduktionskapazitäten da. Das Tripyllja-Wärmekraftwerk – das letzte seiner Art unter Kontrolle des Unternehmens – wurde jüngst dem Erdboden gleichgemacht, wie das Online-Medium Ukrajinska Prawda berichtet. Ähnlich verheerende Schicksalsschläge erlitt bereits das Wärmekraftwerk bei Smijiw und das zu Zentrenerho gehörende Werk in Wuhlehirsk befindet sich seit Sommer letzten Jahres unter russischer Führung.

Mit DTEK als größtem privaten Energieanbieter des Landes sieht die Lage nicht rosiger aus; dessen Kraftwerke sind schwer beschädigt, lediglich 20 Prozent der Kapazitäten sind noch funktionsfähig. Eine pessimistische Einschätzung durch Ukrajinska Prawda deutet sogar auf geringere intakte Erzeugungsmöglichkeiten hin, angesichts der anhaltenden Angriffe.

Auch Donbassenerho, ein weiterer Betreiber von Wärmekraftanlagen, muss herbe Verluste hinnehmen. Das Kraftwerk bei Starobeschewe fiel bereits seit 2015 den prorussischen Separatisten zu, während das zweite Werk bei Slowjansk kontinuierlichen Beschüssen ausgesetzt ist. Diese Attacken auf die Energieinfrastruktur gehen über Wärmekraftwerke hinaus und erstrecken sich auch auf zentrale Wasserkraftanlagen, wie dem Dnipro-Wasserkraftwerk in Saporischschja, welches erst kürzlich durch Raketenbeschuss stillgelegt wurde.

Diese strategischen Ziele sind entscheidend für die Netzstabilität, da sie bei konsumstarken Zeiten die Stromversorgung schnell erhöhen können. Währenddessen bleibt die Versorgung durch die Atomkraft, die mehr als die Hälfte des Stroms in der Ukraine bereitstellt, bisher noch unangetastet.

Trotz der massiven Zerstörungen und einem dadurch bedingten Stromversorgungsengpass verzeichnet bisher lediglich das Gebiet Charkiw regelmäßige Stromabschaltungen. In Dnipropetrowsk sind industrielle Abnehmer betroffen, jedoch garantiert Importstrom aus den Nachbarländern eine grundlegende Versorgungssicherheit zu Spitzenzeiten.

Nach jüngsten Attacken mittels iranischer Drohnen und einer Rakete, von denen die meisten abgefangen werden konnten, wurde ein Umspannwerk beschädigt. Die moderne ukrainische Flugabwehr, unterstützt durch westliche Alliierte, ersucht nun nach weiteren Lieferungen, um vollumfänglichen Schutz zu gewähren. Präsident Wolodymyr Selenskyj unterstreicht die Dringlichkeit von Abwehrsystemen, wie den US-amerikanischen Patriot-Einheiten, um die lückenlose Sicherheit des Luftraums zu gewährleisten.