15. April, 2026

Wirtschaft

Elektroschock für Tesla: Produktionsstopp in Grünheide weniger dramatisch als befürchtet

Elektroschock für Tesla: Produktionsstopp in Grünheide weniger dramatisch als befürchtet

Den Produktionsstillstand im neuen Tesla-Werk in Grünheide bewertet Ferdinand Dudenhöffer, der Direktor des Center for Automotive Research, weniger dramatisch als vom Unternehmen zunächst angenommen. Nach einem Sabotageakt an der Stromversorgung, für den sich eine linksextreme Gruppe verantwortlich erklärte, geht Dudenhöffer von einem finanziellen Schaden aus, der sich auf ungefähr 100 Millionen Euro beläuft. Diese Schätzung steht im Gegensatz zu den Aussagen von Tesla-Werksleiter André Thierig, der von Verlusten in einem deutlich höheren Bereich – von mehreren Hundert Millionen Euro – ausgegangen war und dabei die nicht verkäuflichen Fahrzeuge einkalkulierte.

Der Ausfall der Produktion ist nach dem gelegten Brand an einem für das Tesla-Werk relevanten Strommast erfolgt und wird voraussichtlich bis Ende nächster Woche andauern. Diese Zwangspause betrachtet Dudenhöffer vor dem Hintergrund der allgemein schwächeren Nachfrage nach Elektroautos als weniger kritisch. Er weist darauf hin, dass die Tesla-Werke in Shanghai und den USA nicht voll ausgelastet sind und daher die Produktionseinbußen in Deutschland potenziell kompensieren könnten. Im Februar dieses Jahres registrierte Tesla in Deutschland beispielsweise einen Rückgang der Neuzulassungen um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Zudem liefert Dudenhöffer Einblicke in die Energieinfrastruktur der Autobauer. Während Tesla auf öffentlichen Strom angewiesen ist, produziert Volkswagen den benötigten Strom für das Hauptwerk in Wolfsburg selbst. Notstromaggregate als eine mögliche Übergangslösung sieht der Experte kritisch, da sie neben den Beschaffungskosten auch Wartungsaufwand verursachen.