16. Januar, 2026

Politik

Einladung an Iran von der Münchner Sicherheitskonferenz widerrufen

Die Münchner Sicherheitskonferenz (MSC), eine der weltweit führenden Plattformen für sicherheitspolitische Diskussionen, hat ihre anfängliche Entscheidung, iranische Regierungsvertreter zur Konferenz einzuladen, revidiert. Der Rückzug dieser Einladungen folgt auf die brutalen Maßnahmen, die iranische Sicherheitskräfte gegen Demonstranten im Land ergriffen haben. Ein Sprecher der MSC bestätigte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass die Einladungen zurückgezogen wurden, nachdem das Auswärtige Amt eine Teilnahme iranischer Vertreter als unangebracht eingeschätzt hatte. Hintergrund dieser Maßnahme sind Berichte über die gewaltsame Unterdrückung der Proteste im Iran, bei denen es bereits Tausende von Todesopfern gegeben haben soll.

Die Proteste im Iran entfachten sich unter anderem aufgrund einer schweren wirtschaftlichen Krise und einer stark steigenden Inflation, die zu wachsender Unzufriedenheit mit der Teheraner Regierung geführt haben. Diese innenpolitischen Spannungen wirken sich auch auf die internationale Sicherheitspolitik aus und erhöhen den Druck auf die bevorstehenden Diskussionen der Sicherheitskonferenz, die vom 13. bis 15. Februar im renommierten Hotel Bayerischer Hof stattfinden wird. Angesichts dieser Entwicklungen erwartet die internationale Gemeinschaft mit Spannung die Ergebnisse der Konferenz.

In der jüngeren Vergangenheit war der Iran nicht zu der von Christoph Heusgen geleiteten Konferenz eingeladen worden; dies änderte sich zunächst unter der neuen Leitung von Wolfgang Ischinger. Jedoch haben die jüngsten Ereignisse die MSC zu der Erkenntnis geführt, dass die Anwesenheit iranischer Regierungsvertreter in der aktuellen Situation keinen konstruktiven Dialog fördern würde. Hinsichtlich der möglichen Einbeziehung iranischer Oppositioneller im Exil, die in den Diskurs eingebracht werden könnten, hat die Konferenz bislang keine konkreten Stellungnahmen abgegeben. Dennoch bleibt die Tür für Diskussionen offen, wie der letztjährige Auftritt von Reza Pahlavi, dem Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien, zeigt. Dies spiegelt das fortwährende Interesse der Konferenz wider, alle relevanten Stimmen in die sicherheitspolitischen Debatten miteinzubeziehen.