Die Bundeswehr hat kürzlich den Versand der ersten 5.000 Fragebögen an Jugendliche des Geburtsjahrgangs 2008 initiiert. Generalleutnant Robert Sieger erklärte, dass diese Initiative darauf abzielt, die Eignung und Motivation junger Menschen für einen möglichen Eintritt in die Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland zu ermitteln. Alle männlichen Jugendlichen sind gesetzlich verpflichtet, diesen Fragebogen auszufüllen, während die Teilnahme für weibliche Personen auf freiwilliger Basis erfolgt. Der Jahrgang 2008 zählt insgesamt rund 700.000 Personen.
Der Fragebogen wird durch einen QR-Code begleitet, der den Zugang zum Online-Formular erleichtert. Zudem werden umfassende rechtliche Hinweise zur Verfügung gestellt. Das Ausfüllen ist auf eine Dauer von etwa 15 Minuten ausgelegt und umfasst sowohl persönliche Daten wie Körpergröße, Gesundheitszustand und Bildungsabschlüsse, als auch die Bereitschaft, sich freiwillig zum Dienst in der Bundeswehr zu melden. Die Bundeswehr ist bestrebt, interessierten Jugendlichen maßgeschneiderte Karriereangebote zu unterbreiten.
Nichtbeantwortung des Fragebogens kann Sanktionen, wie Geldbußen, nach sich ziehen. Die betroffenen Personen haben eine Frist von vier Wochen zur Bearbeitung des Fragebogens, nach der möglicherweise ein Erinnerungsschreiben versandt wird. Sollte auch dieses unbeachtet bleiben, wird die Bundeswehr die individuellen Gründe für die Auskunftsverweigerung sorgfältig prüfen.
Generalleutnant Sieger betonte die immense Bedeutung des neu strukturierten Wehrdienstes, der als wesentlicher Baustein zur Sicherung der nationalen Interessen betrachtet wird. Dieser Dienst bleibt jedoch weiterhin freiwillig, wobei durch zusätzliche Anreize dessen Attraktivität gesteigert wurde. Das zum 1. Januar eingeführte Gesetz entsprang einer Reaktion auf geopolitische Veränderungen, insbesondere im Hinblick auf die veränderten Zielsetzungen der NATO infolge der Bedrohungsszenarien durch die Russische Föderation.
Verteidigungsminister Boris Pistorius und Generalinspekteur Carsten Breuer unterstrichen die Notwendigkeit, junge Menschen ernst zu nehmen und zu erreichen, um deren Interesse an der Bundeswehr zu fördern. Beide Spitzenvertreter verdeutlichten, dass die Einbeziehung der jüngeren Generation entscheidend für die zukünftige Ausrichtung und Effektivität der Streitkräfte ist.