Der dramatische Vorwurf der Korruption hat erneut die politische Bühne Bangladeshs erschüttert. Der Sohn und Berater der abgesetzten Premierministerin Sheikh Hasina weist Anschuldigungen der Veruntreuung im Zusammenhang mit einem milliardenschweren Nuklearprojekt vehement zurück. Eine turbulente Enthüllung wirft Fragen auf, ob es sich hierbei um einen Schachzug im Spiel der Macht handelt oder um berechtigte Kritik. In das Zentrum dieser brisanten Affäre rückt die Anti-Korruptions-Kommission Bangladeshs, die Nachforschungen zu möglichen finanziellen Unregelmäßigkeiten in Höhe von rund fünf Milliarden Dollar aufgenommen hat. Im Fokus stehen die Rooppur Nuclear Power Plant Projekte, deren Vergabe im Jahr 2015 erfolgte und die von der russischen Rosatom unterstützt werden. Auch Hasinas Sohn Sajeeb Wazed und ihre Nichte Tulip Siddiq, eine prominente Figur im britischen Finanzministerium, werden in den Ermittlungen genannt. Obwohl Siddiqs Sprecher jede Verbindung von sich weist und Rosatom mit entschiedener Transparenz entgegenwirkt, klingt der Vorwurf wie ein Echo längst vergangener, aufreibender Zeiten. Als Reaktion aus Washington von Wazed selbst, wird die Anschuldigung als 'reine Verleumdung' gebrandmarkt. Er betont die Unmöglichkeit, Milliarden bei einem zehn Milliarden Dollar Projekt zu veruntreuen und verneint jegliche Offshore-Konten oder illegal erworbene Reichtümer. Während Sheikh Hasina sich nach einem tödlichen Aufstand in Bangladesh ins indische Exil zurückgezogen hat, wird ihre Situtation zunehmend prekär. Die Regierung in Dhaka gefordert ihre Rückkehr und auch Indien zeigte sich dieser Forderung bewusst, jedoch ohne Kommentar zur weiteren Vorgehensweise. Eine politische Zerrbilderwelt offenbart sich, die weitaus mehr als nur einen Schatten auf den ehrenhaften Begriff der Staatsführung wirft. Denn inmitten dieser Debatte steht nicht nur ein Nuklearprojekt, sondern auch das Ansehen einer dynastischen Elite auf dem Spiel.
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Ein Stahlbad der Anschuldigungen: Korruptionsvorwürfe gegen Bangladeshs Elite