In einer bemerkenswerten Initiative drängen Gewerkschaften aus ganz Europa auf die Etablierung unionsweiter Vorschriften, um die Arbeitsverhältnisse in der Fleischbranche zu verbessern. Kristjan Bragason, der führende Kopf hinter der Gewerkschaftsföderation für Nahrungsmittel, Landwirtschaft und Tourismus (Effat), hat sich unlängst für die Implementierung einer Direktive ausgesprochen, die restriktiver mit Werkverträgen umgeht und den Fokus auf eine Verschärfung der Kontrollmechanismen legt. Mit solchen Maßnahmen soll der Unternehmenstrick unterbunden werden, Arbeitsplätze ständig über die Grenzen hinweg zu verschieben, um nationalen Regulierungen zu entkommen.
In Deutschland brachte die Coronapandemie erschreckende Missstände ans Licht, als sich Arbeitnehmer in Schlachthöfen massenweise ansteckten. Die darauffolgenden hitzigen Diskussionen führten schließlich zu einem Verbot der Beschäftigung über Leiharbeitsfirmen. Guido Zeitler, als Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) Teil der Effat, äußerte sich dazu, dass diese Veränderung positive Effekte nach sich zog. Viele ehemalige Leiharbeiter wurden in Festanstellungen übernommen, wenngleich der Arbeitsplatzexport nach wie vor eine Realität darstellt.
Ein signifikanter Fortschritt wurde mit der Tarifvereinbarung einer Lohnuntergrenze erzielt, allerdings zeigt sich, dass dies ein Luxus ist, der nicht in allen EU-Mitgliedstaaten gewährleistet wird. Gerade in osteuropäischen Ländern sowie in Irland kommt es häufig zu gravierenden Missständen in Schlachtbetrieben. Bragason betont zudem, dass die Fleischindustrie pan-europäisch unter einem eklatanten Arbeitskräftemangel leidet. Hierfür sollten jedoch nicht Arbeitskräfte aus Drittstaaten rekrutiert, sondern strukturelle Verbesserungen der Beschäftigungsbedingungen angestrebt werden.
Die Bemühungen um einheitliche Regeln im Schlachtgewerbe kristallisieren sich somit als notwendige Initiative heraus, um sowohl Arbeitnehmerrechte zu stärken als auch eine zukunftsfähige und ethische Fleischproduktion innerhalb der EU zu sichern.