Die jüngsten Ankündigungen von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt haben in der europäischen Gemeinschaft für erhebliches Aufsehen und Diskussionen gesorgt. Trotz der Tatsache, dass Grenzkontrollen gemäß dem EU-Recht primär als vorübergehende Maßnahmen in außergewöhnlichen Situationen gedacht sind, beabsichtigt Dobrindt, diese dennoch dauerhaft beizubehalten. Diese Entscheidung wird von vielen Beobachtern und EU-Anhängern als potenzielle Gefährdung der jahrzehntelangen europäischen Integration wahrgenommen, die stets Freiheit und Mobilität gefördert hat.
Bei näherer Betrachtung stellt sich heraus, dass zentrale Werte der Europäischen Union, wie Solidarität, Rechtsstaatlichkeit und Humanität, durch diese Entscheidung auf eine harte Probe gestellt werden. Dobrindt verteidigt seinen Plan als Teil einer umfassenden neuen Migrationspolitik, jedoch erheben Kritiker ernstzunehmende Einwände gegen diese Haltung. Sie argumentieren, dass die Stabilisierung der Lage in wichtigen Krisengebieten, insbesondere in Syrien, und die damit verbundenen rückläufigen Asylzahlen, diese anhaltenden Grenzkontrollen nicht rechtfertigen.
Die politische Debatte um Dobrindts Pläne verdeutlicht die sich verschärfenden Spannungen zwischen nationalen Sicherheitsinteressen und den fundamentalen Prinzipien der europäischen Union. Dabei wird auch die Frage aufgeworfen, welche Richtung die EU in Zukunft einschlagen sollte und wie der europäische Geist, der in den vergangenen Jahrzehnten entscheidend zur Überwindung nationalstaatlicher Grenzen beigetragen hat, bewahrt werden kann. Diese Kontroverse könnte weitreichende Auswirkungen auf das Vertrauen der Bürger in die europäische Zusammenarbeit haben und wird daher wahrscheinlich noch lange Thema bei politischen Diskussionen auf nationaler und supranationaler Ebene bleiben.