In Deutschland nimmt die Debatte über die Einführung von Altersbeschränkungen für soziale Medien zunehmend an Bedeutung und Dringlichkeit zu. Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst, plädiert eindringlich für effektive Schutzmaßnahmen, um Kinder vor den potenziellen Gefahren des Internets zu bewahren. Im Rahmen seiner Argumentation zieht Wüst Parallelen zwischen der Regulierung von Alkohol, Tabak und Glücksspiel und dem benötigten Schutz vor den negativen Einflüssen sozialer Medien auf die psychische Gesundheit junger Menschen. Er hält eine zeitnahe Einigung mit der SPD für unerlässlich, um entsprechende Schutzmechanismen umzusetzen und Kinder vor den Gefahren der digitalen Welt zu bewahren.
Die SPD schlägt in diesem Zusammenhang die Einführung eines gestuften Verfahrens vor, das den Zugang zu sozialen Medien durch eine digitale Altersverifikation regeln soll. Der zentrale technische Bestandteil dieser Lösung ist die "EUDI-Wallet", deren Einführung in Deutschland für den 2. Januar 2027 geplant ist. Diese Maßnahme sieht vor, Accounts für unter 14-Jährige völlig auszuschließen und algorithmische Feeds für Nutzer bis zu 16 Jahren altersgerecht anzupassen. Diese regulatorischen Maßnahmen sollen potenziell schädliche Inhalte verhindern und die Nutzererfahrung für jüngere Personen sicherer gestalten.
Gleichzeitig beschäftigt sich auch die CDU mit einem Vorschlag für eine Altersbeschränkung ab 16 Jahren für die Nutzung von Social-Media-Plattformen wie Instagram und TikTok. Ein entsprechender Antrag wird auf dem kommenden Parteitag erwartet. Zusätzlich wird auf nationaler Ebene die Möglichkeit von Gesetzen zur Schaffung sogenannter "Social-Media-Schutzräume" geprüft, um Jugendlichen eine sicherere Nutzung dieser Plattformen zu ermöglichen.
Themen wie der Umgang mit Gaming-Plattformen bleiben ebenfalls nicht unbeachtet. Kerstin Claus, die unabhängige Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Missbrauchs, hebt hervor, dass dringender Handlungsbedarf besteht, um bestehende Schutzlücken zu schließen. Insbesondere wird auf die erheblichen Risiken verwiesen, die vom Missbrauch der Chatfunktionen auf diesen Plattformen ausgehen, welche mit den Gefahren sozialer Medien vergleichbar seien.
Janosch Dahmen, ein Politiker der Grünen, unterstreicht in diesem Diskurs die gesundheitlichen Risiken, die mit der übermäßigen Nutzung von sozialen Medien verbunden sind. Er vergleicht diese Bedrohungen mit bekannten Suchtformen und betont, dass eine altersgerechte Regelung nicht nur aus pädagogischen, sondern auch aus gesundheitspolitischen Gründen notwendig sei. Dahmens Standpunkt unterstreicht die Notwendigkeit, die gesundheitlichen Auswirkungen einer unkontrollierten Nutzung sozialer Medien ernst zu nehmen und präventive Maßnahmen zu ergreifen, um das Wohlergehen junger Menschen zu sichern.