In einer Zeit, in der Desinformation die öffentliche Diskussion zunehmend prägt, entstehen quer durch das politische Spektrum Befürchtungen, dass die Wahrheit auf der Strecke bleiben könnte. Dieses Phänomen macht nicht vor einer bestimmten Richtung halt, sondern es ertönt aus verschiedensten Lagern – sei es aus dem Umfeld der AfD, der Grünen, der Linken oder der BSW. Die Sorge um die Integrität der Wahrheit und die Wahrung der Demokratie wird überschattet von gegenseitigen Schuldzuweisungen.
Der eigentliche Kern des Problems liegt jedoch nicht allein im Bereich der Falschmeldungen und deren potenzieller Gefahr für demokratische Prozesse. Vielmehr wird die Auseinandersetzung mit rechtspopulistischen Strömungen grundsätzlich hinterfragt. Die Kritik richtet sich gegen Strategien, die auf Umerziehung und Reglementierung abzielen. Stattdessen wird ein Plädoyer dafür gehalten, die Herausforderung durch Qualität und Leistung in der politischen Arbeit zu begegnen.
Die Wählerschaft, so die Erwartung, wird gute Politik erkennen und honorieren. Das Vertrauen in das Urteilsvermögen der Öffentlichkeit steht im Mittelpunkt der Argumentation. Die Aufgabe, Desinformation zu begegnen, wird somit nicht allein als ein Kampf gegen irreführende Inhalte verstanden, sondern als Ansporn für die politischen Kräfte, durch überzeugende Arbeit das Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen und somit das demokratische System zu stärken.