01. Februar, 2026

Politik

Dialoge in Abu Dhabi: Chancen für Frieden und Herausforderungen für die Ukraine

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat für die kommende Woche neue Friedensgespräche zur Beilegung des russischen Angriffskrieges in Abu Dhabi angekündigt. In einer offiziellen Mitteilung auf der Plattform Telegram bestätigte Selenskyj, dass die nächsten trilateralen Gespräche am 4. und 5. Februar stattfinden werden. Diese Verhandlungen werden Vertreter der Ukraine, Russlands sowie amerikanische Unterhändler zusammenbringen, um mögliche Lösungen für den andauernden Konflikt zu diskutieren.

Bereits am vorangegangenen Wochenende wurden unter amerikanischer Vermittlung ähnliche Verhandlungen durchgeführt. Trotz dieser Bemühungen waren substantielle Stellungnahmen von russischer Seite bislang ausgeblieben. Selenskyj betonte, dass die Ukraine für einen bedeutungsvollen Dialog offen sei und ein Ende des Konflikts anstrebe, das mit der Würde des Landes vereinbar ist. Die wiederholten Angriffe Russlands auf die Ukraine, insbesondere mit Drohnen und Gleitbomben, haben das Bedürfnis nach einem verstärkten Schutz durch Luftabwehrsysteme noch dringlicher gemacht.

Am Sonntag traf Präsident Selenskyj den ukrainischen Verhandlungsführer Rustem Umjerow, um die Rahmenbedingungen der bevorstehenden Gesprächsreihe zu erörtern. Bereits am Montagabend soll das ukrainische Verhandlungsteam abreisen, um an den Gesprächen teilzunehmen. Selenskyj zeigt sich insbesondere hoffnungsvoll, was die Unterstützung der Vereinigten Staaten betrifft, da ihr Einfluss entscheidend für das Vertrauen in die Ergebnisse der Verhandlungen sein könnte.

In der vorhergehenden Woche fanden unter der Leitung amerikanischer Vermittler, zu denen der Chefunterhändler Steve Witkoff gehörte, geheime Verhandlungsrunden statt. Diese sollen nun fortgesetzt werden, nachdem Witkoff kürzlich den russischen Unterhändler Kirill Dmitrijew in Miami getroffen hatte. Beide Seiten hoben die Konstruktivität der bisherigen Gespräche hervor. Zu den amerikanischen Vertretern zählten Finanzminister Scott Bessent und Berater Jared Kushner.

Die bisherigen Verhandlungen wurden positiv beschrieben, jedoch bleibt eine dauerhafte Friedenslösung in weiter Ferne. Moskau beharrt weiterhin auf Gebietsabtretungen in der Ostukraine – ein Vorschlag, den Selenskyj kategorisch ablehnt. Die fortgesetzten russischen Angriffe belasten die Ukraine indes enorm. Während Russland nach Gesprächen mit Donald Trump Angriffe auf die Energieversorgung pausiert hat, bleiben Angriffe auf die Verkehrs- und Logistikinfrastruktur bestehen. Bei kürzlichen Drohnenangriffen wurden in den Städten Dnipro und Pawlohrad Todesopfer gemeldet.

Parallel dazu kämpft die Ukraine mit den Folgen eines massiven Blackouts aufgrund eines Leitungsdefekts. Die Hauptstadt Kiew meldete Fortschritte bei der Wiederherstellung der Strom- und Wärmeversorgung, doch waren noch etwa 1.000 Haushalte betroffen. Die Ursache des Ausfalls wird untersucht, wobei derzeit keine Hinweise auf Sabotage oder Cyberangriffe vorliegen.