In einem bedeutenden diplomatischen Vorstoß haben die Bundesrepublik Deutschland und die Republik Frankreich die Debatte über die Etablierung eines europäischen Nuklearschirms neu belebt. Bundeskanzler Friedrich Merz, sprach auf der einflussreichen Münchner Sicherheitskonferenz und bestätigte, dass erste Beratungen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron stattgefunden haben. Diese Gespräche zielen darauf ab, eine mögliche Erweiterung der nuklearen Abschreckung auf europäischem Niveau zu evaluieren, um die Sicherheit innerhalb der Europäischen Union zu stärken.
Der Bundeskanzler betonte in seinen Ausführungen, dass Deutschland seinen rechtlichen Verpflichtungen weiterhin strikt nachkommen werde. Diese Verpflichtungen, verankert im Zwei-plus-Vier-Vertrag von 1990, untersagen den Besitz und die Herstellung von atomaren, biologischen und chemischen Waffen. Diese Regelungen gelten auch für das vereinte Deutschland. Merz hob hervor, dass die Kernaspekte dieses Vertrags für Deutschland von essentieller Bedeutung seien und unverändert bleiben würden.
In der Diskussion wird in Betracht gezogen, den derzeit nationalen französischen Atomschirm so zu erweitern, dass er auch anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, einschließlich Deutschlands, Schutz bieten könnte. Dies würde einen signifikanten Schritt in Richtung einer kollektiven Sicherheit in Europa darstellen. Bereits im Jahr 2020, während der ersten Amtszeit von Präsident Donald Trump in den USA, hatte Präsident Macron mögliche Kooperationen in der nuklearen Abschreckung auf europäischer Ebene gefördert und seine Offenheit für eine verstärkte Zusammenarbeit signalisiert.
Die Wiederaufnahme dieser Gespräche könnte nicht nur die Sicherheitsarchitektur Europas stärken, sondern auch die Souveränität der europäischen Verteidigungspolitik gegenüber globalen Mächten wie den USA, Russland und China festigen. Ein europäischer Atomschirm könnte zudem das transatlantische Bündnis neu definieren und Europa als eine größere strategische Sicherheitsmacht positionieren.