09. Januar, 2026

Wirtschaft

Deutschland steigert seine LNG-Importe: Veränderungen im Energiemarkt

Im vergangenen Jahr hat Deutschland einen signifikanten Fortschritt in der Diversifizierung seiner Energieimporte erzielt, indem über zehn Prozent des gesamten Gasbedarfs über Flüssigerdgas (LNG)-Terminals an der Nord- und Ostsee gedeckt wurden. Laut vorläufigen Daten der Bundesnetzagentur (BNetzA) wurden von den insgesamt importierten 1.031 Terawattstunden (TWh) Gas etwa 106 TWh durch LNG-Terminals importiert. Dies entspricht einem Anteil von 10,3 Prozent, wohingegen im Vorjahr lediglich 69 TWh, also etwa 8 Prozent, aus LNG-Quellen stammten.

Diese Entwicklung verdeutlicht die intensiven Bestrebungen der deutschen Bundesregierung, die Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen zu reduzieren. Nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine wurde der Ausbau von LNG-Infrastruktur an den deutschen Küsten massiv vorangetrieben. Vor diesem geopolitischen und wirtschaftlichen Umbruch verfügte Deutschland über keinerlei eigene Anlagen für die Anlandung von verflüssigtem Erdgas, sondern war primär auf Pipelines angewiesen, insbesondere jene aus Russland. Der Krieg in der Ukraine stellte eine signifikante Herausforderung für die Energiepolitik Deutschlands dar und drängte zu einer schnellen Reaktion im Hinblick auf Energiesicherheit und Unabhängigkeit.

Die zunehmende Bedeutung von LNG-Importen, insbesondere aus Norwegen und anderen Partnerländern, stellt einen entscheidenden Fortschritt in der Sicherung der Energieversorgung Deutschlands dar. Diese Umstellung ist Teil einer strategischen Neuorientierung, um die Anfälligkeit gegenüber geopolitischen Spannungen zu mindern. Durch den Ausbau der LNG-Infrastruktur kann Deutschland flexibler auf internationale Lieferketten reagieren und die Versorgungssicherheit langfristig stärken. Diese Maßnahmen unterstreichen Deutschlands Bestreben, die Energiestrategie nachhaltig und zukunftssicher zu gestalten.