In einer bedeutenden Ankündigung hat die deutsche Bundesregierung ihre Absicht bekräftigt, zukünftig konsequenter gegen Cyberangriffe vorzugehen. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt von der Christlich-Sozialen Union (CSU) äußerte sich gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" mit Nachdruck über Deutschlands Bereitschaft, nicht nur im Inland, sondern auch auf internationaler Ebene Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Ein zentrales Ziel dieser Strategie ist es, die Aktivitäten der Angreifer zu stören und deren operative Infrastrukturen gezielt zu zerstören. Der Minister deutete an, dass die Schwelle zur Anwendung solcher Reaktionen bewusst niedrig gehalten werden soll, um ein schnelles Eingreifen zu ermöglichen.
Die Verantwortung für die Durchführung dieser Maßnahmen wird dem Bundeskriminalamt und den Geheimdiensten übertragen. Zur Verbesserung der Koordination und Steigerung der Effektivität wird das Bundesinnenministerium die Errichtung eines neuen Abwehrzentrums für hybride Bedrohungen initiieren. Dieses Zentrum, das vom Bundesamt für Verfassungsschutz entwickelt wird, soll seine Arbeit noch im laufenden Jahr aufnehmen und die Bemühungen gegen Cyberbedrohungen zentralisieren und koordinieren.
Angesichts der anhaltenden Bedrohung durch Cyberangriffe auf Institutionen, kritische Infrastrukturen und Unternehmen wird überlegt, den Geheimdiensten erweiterte Befugnisse einzuräumen. Minister Dobrindt hob hervor, dass zahlreiche dieser Angriffe von Gruppen ausgingen, die in Verbindung mit staatlichen Geheimdiensten stehen und von diesen finanziell unterstützt werden. Besonders im Fokus stehen hierbei Akteure aus Russland und anderen geopolitischen Brennpunkten.
Im Rahmen der erweiterten Befugnisse sollen die Geheimdienste nicht nur in ihrer Informationsbeschaffung gestärkt werden, sondern auch durch gesetzliche Neuerungen einen erweiterten operativen Spielraum erhalten. Ein umfassendes Gesetzespaket befindet sich bereits in Vorbereitung und soll im ersten Halbjahr des nächsten Jahres verabschiedet werden. Ziel dieses Pakets ist es, den Diensten den direkten Zugang zu entscheidenden Informationen zu erleichtern, um die Abhängigkeit von ausländischen Geheimdienstquellen zu verringern und eine unabhängige Informationspolitik zu fördern.