In der jüngsten Silvesternacht erlebten Mobilfunkanbieter in Deutschland einen beispiellosen Anstieg des Datenvolumens. Besonders im Netz von Vodafone wurde ein bemerkenswerter Datenverkehr registriert. Zwischen 20 Uhr und 3 Uhr wurden eindrucksvolle 4,5 Millionen Gigabyte übertragen, was einen Anstieg von 50 Prozent im Vergleich zum vorherigen Jahreswechsel bedeutet. Diese gewaltige Datenmenge könnte nahezu 200 Jahre ununterbrochenes Netflix-Streaming in HD-Qualität ermöglichen. Auch die Deutsche Telekom verzeichnete einen erheblichen Anstieg mit 3,9 Millionen Gigabyte, was einem Zuwachs von 35 Prozent entspricht. Zwar war das Wachstum bei O2 Telefónica mit 5,7 Millionen Gigabyte und einem Plus von 3,6 Prozent eher moderat, dennoch ist es bemerkenswert.
Ein wesentlicher Grund für den signifikanten Anstieg bei Vodafone und das stabile Wachstum bei O2 ist die Migration mehrerer Millionen Mobilfunkverträge von 1&1-Kunden in das Vodafone-Netz. Dieser Trend eines steigenden Datenvolumens ist nicht neu, sondern setzt die Entwicklungen der letzten Jahre fort. Unterbrochen wurde diese Dynamik nur kurzfristig während der Corona-Pandemie. Die gegenwärtige Steigerung lässt sich auf vielfältige Faktoren zurückführen, darunter die Zunahme von Video-Telefonaten, hochauflösenden Aufnahmen und die vermehrte Nutzung von KI-Anwendungen. Zusätzlich gewinnt das Streaming von Videos auf mobilen Endgeräten zunehmend an Beliebtheit.
Marcel de Groot, Geschäftsführer von Vodafone, führt den Anstieg des Datenverkehrs auch auf technische Fortschritte zurück. Besonders die Ausweitung des 5G-Netzes hat maßgeblich dazu beigetragen, dass zahlreiche Funklöcher geschlossen wurden, was die Nutzung des Mobilfunkes erheblich vereinfacht. Im vergangenen Jahr wurde die technische Infrastruktur weiter optimiert, was ebenfalls zu dieser Entwicklung beigetragen hat.
Neben dem signifikanten Anstieg des Datenvolumens wurde auch ein bemerkenswerter Zuwachs bei klassischen Telefongesprächen verzeichnet. In der ersten Stunde des neuen Jahres registrierte das Vodafone-Netz 7,5 Millionen Anrufe, was einem Anstieg von 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Ähnlich zeigte auch O2 Telefónica einen Anstieg der Anrufzahlen, welche über sieben Millionen betrugen. Durchschnittlich wurden Neujahrswünsche innerhalb von nur 78 Sekunden übermittelt. Trotz dieses Anstiegs bleibt die Nutzung der klassischen Telefonie insgesamt rückläufig, da textbasierte Chats und Datenkommunikation durch Apps immer populärer werden.