Der Stellenabbau frisst sich tief in die deutsche Kernbranche
Die Zahlen aus Frankfurt sind alarmierend und markieren eine Zäsur für den Industriestandort Deutschland. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) meldet für das Jahr 2025 einen massiven Beschäftigungsverlust. Konkret wurden im Vergleich zum Vorjahr 22.000 Arbeitsplätze gestrichen. Dies entspricht einem Rückgang von 2,2 Prozent.
Zum Ende des vergangenen Jahres waren damit nur noch knapp über eine Million Menschen in dieser Schlüsselindustrie beschäftigt. Die Datenbasis des VDMA bezieht sich dabei auf Unternehmen mit einer Mindestgröße von 50 Mitarbeitern. Ein Ende der Talfahrt ist nicht in Sicht; die negative Dynamik beschleunigt sich vielmehr.
US-Handelskrieg und Chinas Dominanz erzwingen harte Einschnitte
Die Gründe für den Aderlass sind struktureller Natur. Neben der anhaltenden inländischen Konjunkturflaute setzen externe Faktoren die Margen unter Druck. US-Zölle erschweren den Export in einen der wichtigsten Absatzmärkte, während die aggressive Konkurrenz aus China Marktanteile abgräbt.
Zwar versuchen viele Unternehmen, ihre Stammbelegschaften angesichts des demografischen Fachkräftemangels zu halten. Doch die finanzielle Lage lässt diesen Puffer kaum noch zu. Aktuell planen mehr Firmen, Personal abzubauen, als neue Stellen zu schaffen. Dies deutet auf eine Fortsetzung der Misere im Jahr 2026 hin.
Die Politik steht unter massivem Zugzwang für flexiblere Rahmenbedingungen
Der Maschinenbau steht mit diesen Problemen nicht isoliert da. Auch der Automobilverband VDA meldete kürzlich einen Abbau von geschätzt 47.000 Beschäftigten. Lediglich die Chemie- und Pharmabranche zeigt sich derzeit stabil mit nur leichten Rückgängen.
Um den Trend zu stoppen, fordert der VDMA drastische Reformen. Arbeitsmarktexperte Fabian Seus verlangt ein Gegensteuern bei den hohen Sozialbeiträgen, die Arbeit in Deutschland verteuern. Zudem sei ein modernes Arbeitszeitgesetz unabdingbar, das Wochen- statt Tageshöchstarbeitszeiten als Maßstab ansetzt.

