21. Mai, 2026

Wirtschaft

Deutscher Automobilsektor im Wandel: Transformationsdruck auf dem Arbeitsmarkt

Deutscher Automobilsektor im Wandel: Transformationsdruck auf dem Arbeitsmarkt

Die deutsche Automobilindustrie sieht sich inmitten einer tiefgreifenden Umstrukturierung, die erhebliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben könnte. Einer aktuellen Studie des Prognos-Instituts zufolge, erstellt im Auftrag des Verbands der Automobilindustrie (VDA), könnten bis Mitte der 2030er-Jahre bei gleichbleibendem Kurs bis zu 140.000 Arbeitsplätze wegfallen. Bereits zwischen 2019 und 2023 sind netto 46.000 Jobs verloren gegangen. Während das tatsächliche Ausmaß des Wandels mit erheblicher Unsicherheit behaftet bleibt, steht fest: Ein neuer Wind weht durch die Branche.

Angetrieben durch die Elektrifizierung der Antriebstechnologien, vollzieht sich eine Umwälzung, die laut VDA-Präsidentin Hildegard Müller notwendigerweise Arbeitsplatzverluste mit sich bringen wird. Dies sei jedoch Teil eines ganzheitlichen Transformationsprozesses und weniger Ausdruck einer Krise. Die Elektrifizierung erfordere weniger Arbeitskräfte, da sie weniger komplex sei als herkömmliche Verbrennungstechnologien, erklärt VDA-Chefvolkswirt Manuel Kallweit.

Mit rund 911.000 Beschäftigten in der Branche im Jahr 2023 wird besonders hervorgehoben, wie politisch-strategische Entscheidungen Einfluss auf den Aufbau neuer Arbeitsplätze in Deutschland haben könnten. Müller betont, dass Rahmenbedingungen wie wettbewerbsfähige Energiepreise, weniger Bürokratie, schnellere Verfahren bei Planung und Genehmigung sowie vermehrte Freihandelsabkommen entscheidend seien. Betroffen von den Arbeitsplatzverlusten sind insbesondere traditionelle Berufe innerhalb der Maschinenbau- und Betriebstechnik sowie der Metallbearbeitung. Dagegen verzeichnen Sektoren wie die Kraftfahrzeugtechnik, technische Forschung und Entwicklung, Informatik, Elektrotechnik und Softwareentwicklung Zuwächse.