16. April, 2026

Wirtschaft

Deutscher Agrardiesel im europäischen Vergleich - Wo liegen die Unterschiede?

Deutscher Agrardiesel im europäischen Vergleich - Wo liegen die Unterschiede?

Derzeit sorgen die Bauernproteste gegen die geplante Abschaffung der Steuerbegünstigung auf Agrardiesel für Aufsehen. Dabei wird oft der Vergleich zu anderen EU-Ländern gezogen, um die vermeintlich höhere Steuerlast der deutschen Landwirte zu verdeutlichen. Doch ein genauer Vergleich gestaltet sich schwierig.

Die Europäische Union analysiert zwar die Steuerhöhen in den Mitgliedsstaaten, diese können jedoch unterschiedlich interpretiert werden. Die EU-Direktive zur Besteuerung von Energieerzeugnissen lässt den Ländern Spielraum zur Umsetzung eigener Rückerstattungen oder Subventionen für Agrardiesel.

Laut Angaben der EU-Kommission liegt Deutschland derzeit im oberen Drittel der EU-Länder in Bezug auf die Steuerhöhe für Agrardiesel. Doch wie sieht es in anderen Ländern aus?

Das bauernnahe Portal 'Agrarheute' gibt für Österreich eine Steuer von 39,7 Cent pro Liter Agrardiesel an. Das Portal 'Landwirt Media' rechnet hingegen mit lediglich 32,7 Cent, da eine Rückzahlung der CO2-Steuer in Höhe von 7 Cent einberechnet wird, die Landwirte erhalten.

In Europa gibt die EU rund 51,6 Cent Steuern pro Liter Agrardiesel an. Dieser Angabe folgen auch die agrarwirtschaftsnahen Portale 'Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt' und 'Landwirt Media'. In diesem Land gibt es keine spezielle Steuervergünstigung für Bauern, sie zahlen den gleichen Satz wie andere Verbraucher an der Zapfsäule.

Auch beim östlichen Nachbarn gibt es zunächst keine gesonderte Vergünstigung für landwirtschaftliche Maschinen im Vergleich zu anderen Dieselfahrzeugen. Hier beträgt die Steuer nach EU-Angaben 36 Cent pro Liter.

Während herkömmliche Autofahrer fast 60 Cent Steuern pro Liter Diesel zahlen müssen, sind es für die Bauern rund 18,2 Cent. Dies geben sowohl die EU-Kommission als auch die Portale 'Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt' und 'Landwirt Media' an.

Im Jahr 2023 beliefen sich die Steuern für Agrardiesel mit der aktuellen Begünstigung auf etwa 25,6 Cent pro Liter. Andere Autofahrer zahlen hingegen 47 Cent pro Liter. Gemäß den Berechnungen des 'Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatts' würden die Landwirte mit der geplanten schrittweisen Reduzierung der Begünstigung im Jahr 2024 34,1 Cent pro Liter zahlen. Im Jahr 2026 wären dann ohne Begünstigung die vollen 47 Cent pro Liter fällig. Gleichzeitig ist geplant, anderweitig Geld an die Bauern fließen zu lassen. Die geplanten Kürzungen beim Agrardiesel müssen noch vom Bundestag und Bundesrat genehmigt werden.