02. Mai, 2026

Wirtschaft

Deutsche Wirtschaft auf dem Prüfstand: Ifo-Geschäftsklima trübt sich ein

Deutsche Wirtschaft auf dem Prüfstand: Ifo-Geschäftsklima trübt sich ein

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland zeigt sich weiterhin angespannt. Aktuellen Daten des Ifo-Instituts zufolge fiel das Geschäftsklima im Dezember auf 84,7 Punkte, was einem Rückgang von 0,9 Punkten entspricht. Dies ist der tiefste Stand seit Mai 2020, dem Beginn der Corona-Pandemie. Ökonomen hatten eine stabilere Entwicklung erwartet und nur eine minimale Veränderung zu den bisherigen 85,5 Punkten prognostiziert.

Besorgniserregend ist vor allem der pessimistische Ausblick der Unternehmen. Der Indikator für die zukünftigen Erwartungen sank um 2,6 Punkte auf 84,4. Gleichzeitig gibt es jedoch auch einen Lichtblick: Die aktuelle Geschäftslage wird etwas optimistischer bewertet, hier verzeichnete der Indikator einen Anstieg um 0,8 Punkte auf 85,1. Ifo-Präsident Clemens Fuest äußerte sich besorgt und sprach von einer „chronischen Schwäche“ der deutschen Wirtschaft.

Geopolitische Unsicherheiten, wie der Krieg in der Ukraine und der Ausgang der US-Wahlen, belasten laut Michael Herzum, Chefökonom bei Union Investment, die wirtschaftliche Stimmung zusätzlich. Besonders betroffen könnte das auf Export ausgerichtete Wachstumsmodell Deutschlands unter einer neuen US-Administration sein. Auch strukturelle Schwächen in Schlüsselbranchen, wie der Automobilindustrie, tragen zur trüben Aussicht bei. „Deutschland muss sich auf eine anhaltende Wachstumsdelle einstellen“, so Herzum.

In der Industrie wurde ein deutlicher Rückgang des Klimas gemessen, begleitet von angekündigten Produktionskürzungen. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, betonte die Herausforderungen, die die schwächelnde Weltwirtschaft mit sich bringt, insbesondere die Flaute in China. Auch im Dienstleistungssektor zeigt sich ein negativer Trend, der laut Gitzel auf schlechtere Arbeitsmarktaussichten zurückzuführen ist.