Die Kurse der deutschen Staatsanleihen setzten am Dienstag ihre gemäßigten Aufwärtsbewegungen fort, nachdem sie bereits am Vortag leichte Gewinne verzeichnen konnten. Der Euro-Bund-Future, welcher als zentraler Indikator im Anleihemarkt gilt, stieg um geringfügige 0,07 Prozent und erreichte einen Stand von 128,41 Punkten. Entsprechend dieser Entwicklung sank die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe und notierte nun bei 2,83 Prozent.
Am Nachmittag richtete sich das Augenmerk der Investoren auf die Veröffentlichung der Einzelhandelsumsätze aus den USA für den Monat Dezember. Experten prognostizieren für diesen Zeitraum einen geringeren Anstieg gegenüber dem Vormonat. Der Analyst Sebastian Fellechner von der DZ Bank kommentierte, dass das Weihnachtsgeschäft trotz der reduzierten Erwartungen solide verlaufen sei. Diese Einschätzung wird durch aktuelle Daten der Kreditkartennutzung untermauert. Insbesondere der Beginn der Online-Weihnachtsverkäufe durch den 'Cyber Monday' könnte als signifikanter Treiber für den Einzelhandelsumsatz gedient haben und so das Gesamtergebnis positiv beeinflussen.
Parallel dazu werden die US-Importpreise für Dezember veröffentlicht. Es wird erwartet, dass diese im Vergleich zum Vormonat zurückgehen werden. Laut Fellechner ist dieser Rückgang vor allem auf den gesunkenen Rohölpreis zurückzuführen und weniger auf spezielle Rabatte seitens der Exporteure. Obgleich diese neuen Informationen den Markt erreichen, gehen Fachleute davon aus, dass sie keine wesentliche Änderung der Marktbedingungen nach sich ziehen werden. Vielmehr rücken in den Fokus der Anleger die fortwährenden Angebotsdrucke auf dem Anleihemarkt. Die steigenden Volumina neuer Anleihen, die zur Finanzierung der staatlichen Haushaltsdefizite notwendig sind, belasten den Markt weiterhin. Dieses erwartete Ansteigen des Angebots stellt eine zentrale Herausforderung dar, der sich die Märkte künftig stellen müssen.