Am Freitagnachmittag gerieten deutsche Staatsanleihen unter Druck, als der Euro-Bund-Future um 0,13 Prozent auf einen Stand von 128,19 Punkten fiel. Infolgedessen stieg die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe auf 2,84 Prozent an. Diese Bewegung auf dem Anleihemarkt ist Bestandteil eines globalen Trends, der sowohl in Europa als auch in den Vereinigten Staaten zu spüren war. Der Katalysator dieser Entwicklung war der ehemalige US-Präsident Donald Trump, dessen Äußerungen zur Nachfolge des aktuellen US-Notenbankchefs Jerome Powell die bisherigen Erwartungen einer expansiven Geldpolitik beeinträchtigten.
Insbesondere Trumps Andeutung, Kevin Hassett nicht als klaren Nachfolger Powells vorzusehen, führte zu erheblicher Unsicherheit auf den Finanzmärkten. Hassett, bekannt als wirtschaftlicher Berater von Trump und Befürworter einer lockeren Geldpolitik, wird nun als weniger wahrscheinlicher Kandidat für die Nachfolge gesehen. Dies könnte Kevin Warsh zugutekommen, einem früheren Gouverneur der US-Notenbank, der innerhalb der Fachwelt als glaubwürdiger und stabiler gilt. Diese Entwicklungen beeinflussten die Erwartungen der Marktteilnehmer erheblich: Die Wahrscheinlichkeit, dass vor Jahresende noch zwei Zinssenkungen erfolgen, wurde merklich herabgestuft.
John Brady, Geschäftsführer von RJ OBrien, äußerte sich zur aktuellen Lage und betonte Warshs Reputation innerhalb der internationalen Zentralbankenlandschaft, die im Vergleich zu Hassett, der häufig mit Trump in Verbindung gebracht wird, als stabiler gilt. Trotz dieser Unwägbarkeiten bleiben Zinssenkungen auf absehbare Zeit voraussichtlich ein Thema, wenngleich das Ausmaß und der Zeitpunkt solcher Maßnahmen nun mit größerer Vorsicht betrachtet werden. Diese Marktreaktionen verdeutlichen einmal mehr die Sensibilität der Finanzmärkte gegenüber politischen Entscheidungen und deren Auswirkungen auf die Zentralbankpolitik.