Die Deutsche Bahn (DB) greift aktiv in ihr Schienennetz ein, um die Zuverlässigkeit im Verkehrswesen zu erhöhen. Mit einem Baukatalog bestehend aus 'kleinen und mittleren Maßnahmen' soll die Pünktlichkeitsrate verbessert werden. Laut Berichten der DB schreiten diese Vorhaben zügig voran: Bis zum Ende des Jahres 2025 erwartet das Verkehrsunternehmen die Fertigstellung von 138 Projekten, was einem Anteil von 40 Prozent der gesamten Planung entspräche.
Die gezielten Verbesserungsmaßnahmen belaufen sich auf ein Finanzvolumen von rund einer Milliarde Euro und umfassen unter anderem die Erweiterung der Gleisinfrastruktur durch Überholgleise für den Gütertransport sowie optimierte Weichenführung im Nahverkehr.
Philipp Nagl, der Leiter von InfraGo, der neuen Infrastrukturdivision der DB, hebt die gesteigerte Effizienz und den Fahrgastnutzen dieser Strategie hervor. Die Bündelung von Maßnahmen und gestraffte Projektplanungen hätten zu einer Beschleunigung der Umsetzung geführt.
Allerdings gibt es auch kritische Stimmen aus der Branche. Neele Wesseln, die Geschäftsführerin des Verbands Die Güterbahnen, beklagt eine Schönrechnung der Erfolgsbilanz seitens der DB. So seien der Statistik bereits abgeschlossene Projekte hinzugefügt worden, um die Quote für 2025 von 26 auf 40 Prozent zu heben. Die Güterbahnen repräsentieren dabei die Konkurrenten der DB im Bereich des Gütertransports.
Das umfangreiche Projektportfolio, das insgesamt über 350 Maßnahmen bis 2030 umfasst, soll gemäß den Aussagen des Infrastrukturvorstands Berthold Huber die Pünktlichkeitsrate im Bahnverkehr um vier Prozent steigern. Nachdem im vergangenen Jahr fast jeder dritte Fernzug verzögert war, setzt sich die Bahn für dieses Jahr das Ziel einer Pünktlichkeitsquote von über 71 Prozent.
Zusätzlich zu kleinen und mittleren Vorhaben plant die DB, bis zum Jahr 2030 insgesamt 40 stark frequentierte Streckenabschnitte umfassend zu sanieren, beginnend im Juli mit der Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim, die für die Modernisierung komplett gesperrt werden wird.