29. August, 2025

Politik

Deutsch-französisches Abkommen zur Zusammenarbeit in der Atomenergie erzielt

Deutschland und Frankreich haben im Rahmen eines wegweisenden Regierungsgipfels in Toulon, Südfrankreich, eine bedeutende Einigung im seit Langem andauernden Streit über die Nutzung der Kernkraft erzielt. Die beiden Nationen, die innerhalb der Europäischen Union eine maßgebliche Rolle spielen, sind zu einer Übereinkunft gelangt, die darauf abzielt, emissionsarme Energiequellen – einschließlich der Kernenergie – harmonisiert zu behandeln. Diese Einigung stellt einen bedeutenden Fortschritt in der europäischen Energiepolitik dar und verspricht eine koordinierte Vorgehensweise innerhalb der EU.

Die divergierenden Haltungen der beiden Länder in Bezug auf die Kernenergie könnten kaum unterschiedlicher sein: Frankreich setzt weiterhin konsequent auf den Ausbau seiner Kernkraftkapazitäten, während Deutschland kürzlich alle seine Kernkraftwerke abgeschaltet hat. Trotz dieser Unterschiede haben sich beide Staaten verpflichtet, sich in der Energiepolitik künftig gegenseitig zu unterstützen. Dies impliziert, dass Deutschland fortan keine Hindernisse mehr gegen die französische Nutzung der Kernenergie auf EU-Ebene errichten wird.

Ein zentraler Aspekt der Vereinbarung ist der Verzicht Frankreichs auf EU-Finanzierungen für den Neubau von Atomkraftwerken. Stattdessen wird der Schwerpunkt auf die Sicherung europäischer Fördermittel für die Erforschung modernster, kleinerer Reaktortypen gelegt. Bundeskanzler Friedrich Merz von der CDU hat erklärt, dass die Koalition sich zu einer endgültigen Haltung bezüglich der europäischen Unterstützung der Kernenergieforschung einigen und diese Position in Brüssel stark vertreten werde. Merz zeigte sich offen für diesen innovativen Ansatz und betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit mit Frankreich.

Parallel dazu hat sich Deutschland die Unterstützung Frankreichs bei der Entwicklung von Wasserstoffverbindungen nach Südwesteuropa sowie bei der verstärkten Integration der Stromnetze gesichert. Diese kollaborativen Bemühungen zielen auf eine zukunftsfähige und klimaneutrale Energieversorgung ab, die im Einklang mit den EU-Zielen steht.

Die Entscheidungen in Toulon markieren einen bedeutenden Wandel in der deutschen Politik, deren bisherige Haltung zur Gleichbehandlung emissionsarmer Energiequellen und insbesondere zur Einschätzung von Atomstrom als nachhaltige Energiequelle uneinheitlich war. Diese Uneinigkeit resultierte größtenteils aus Vorbehalten innerhalb der SPD. Doch scheint die Partei nun die Grundsatzvereinbarung mit Frankreich zu unterstützen. Der neue energiepolitische Ansatz war bereits bei Bundeskanzler Merz' Antrittsbesuch im Mai in Paris andiskutiert worden, was nun in einer formellen Übereinkunft mündete.