Elizabeth Grantham, die vor zwei Jahren die hohen Mieten im Großraum San Francisco satt hatte, wagte den Schritt nach Washington, um sich ihren Traum von den eigenen vier Wänden zu erfüllen. "Jedes Jahr stieg unsere Miete an. Selbst der Preis für unseren Parkplatz wurde erhöht", erinnert sich die 31-Jährige. Die stetigen Mietsteigerungen prägen diesen Lebensabschnitt der jungen Frau und vieler anderer in den USA.
Die Kluft zwischen jenen, die mieten, und jenen, die ein Eigenheim ihr Eigen nennen, wird immer größer. Preisexplosionen auf dem Immobilienmarkt haben den Vermögensstand der Hausbesitzer in die Höhe schnellen lassen, während gleichzeitig die Mieten steigen und die Rücklagen der Mieter schmelzen. Der jüngste Bericht des Aspen Institute unterstreicht diese Diskrepanz: Im Jahr 2022 hatte der durchschnittliche Eigenheimbesitzer in den USA ein Vermögen von 400.000 Dollar, während der Medianwert für Mieter bei lediglich 10.400 Dollar lag. Somit besitzt ein typischer Eigenheimbesitzer fast das 40-Fache an Vermögen im Vergleich zu einem Mieter.
Für Grantham ist der Traum vom Eigenheim in greifbarer Nähe: Im Januar sollen die Verträge für ein zweizimmeriges Startdomizil in Tacoma, Washington, unweit von Seattle, unterzeichnet werden. "Unsere Hypothekenrate wird etwas höher sein als unsere bisherige Miete, aber wir investieren in uns selbst", erklärt Grantham.
Doch nicht jeder hat diese Hoffnung. Jordan Swanson, ein TikTok-Schöpfer, äußerte kürzlich in einem Video seinen Frust über die aktuellen Marktbedingungen: "Ein Haus zu besitzen, scheint in dieser Wirtschaft unmöglich."
Künftige Hauskäufer stehen vor einer doppelten Herausforderung: steigende Immobilienpreise und konstant hohe Hypothekenzinsen. Laut der National Association of Realtors betrug der Medianpreis für Bestandsimmobilien im Oktober 407.200 Dollar, was den 16. monatlichen Anstieg in Folge markiert. Die Tage von Hypothekenzinsen unter vier Prozent scheinen vorbei zu sein, seit die Federal Reserve 2022 begann, die Zinsen anzuheben, um gegen die Inflation vorzugehen. Diese Woche wird ein weiterer Zinssenkungsschritt der Fed erwartet. Dennoch liegt der durchschnittliche Zinssatz für eine 30-jährige Festhypothek laut Freddie Mac bei 6,6%.