Deutschland erlebt einen historischen Pasta-Boom, doch der eigentliche Profiteur sitzt südlich der Alpen. Während der Pro-Kopf-Verbrauch im Wirtschaftsjahr 2024/2025 auf das Allzeithoch von 10,1 Kilogramm geklettert ist, schauen deutsche Landwirte und Produzenten in die Röhre.
Die Abhängigkeit ist erdrückend: Unverständliche 72 Prozent der hierzulande verzehrten Nudeln müssen importiert werden. Die heimische Wertschöpfungskette wird dabei systematisch ausgehöhlt.
Die aggressive Preispolitik der Supermärkte ruiniert die regionale Vielfalt.
Der Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft (VGMS) zeichnet ein düsteres Bild der Marktmacht des Einzelhandels. Peter Haarbeck, Geschäftsführer des Verbandes, identifiziert die Rabatt-Schlachten der Discounter als Hauptursache für die Misere.
Italienische Marken wie Barilla oder Buitoni werden permanent als Aktionsware zu Tiefstpreisen in den Markt gedrückt. Das Ergebnis ist eine Importquote von 86 Prozent aus Italien bei den eingeführten Teigwaren.

Hiesige Erzeuger, die hervorragenden Hartweizen liefern könnten, haben gegen diese Margen-Kalkulation kaum eine Chance. Es herrscht eine paradoxe Situation: Die Qualität stimmt, die Kapazitäten sind vorhanden, doch der Markt wird künstlich mit Importware geflutet.
Donald Trumps Zollpolitik verschärft den Druck auf den deutschen Markt massiv.
Die italienische Pasta-Industrie ist extrem exportabhängig; über 60 Prozent der Produktion gehen ins Ausland. Die USA sind dabei der wichtigste Abnehmer, dicht gefolgt von Deutschland mit 450.000 Tonnen jährlich.
Ein ökonomisches Erdbeben blieb nur knapp aus: Die US-Regierung unter Donald Trump drohte mit prohibitiven Strafzöllen von über 90 Prozent. Zum Jahreswechsel kam die Entwarnung, die Zollsätze sanken auf moderate 2,26 bis 13,98 Prozent.
Für deutsche Hersteller ist das jedoch kein Grund zur Freude. Die italienischen Produzenten bleiben dadurch hochliquide und können ihre aggressive Expansionsstrategie auf dem zweitwichtigsten Markt – Deutschland – unvermindert fortsetzen.
Traditionsmarken sind längst in italienischer Hand und verschleiern die Realität.
Der Verbraucher täuscht sich oft über die Herkunft seiner Lebensmittel. Zwar gibt es in Deutschland noch 21 größere Betriebe mit einer Jahresproduktion von fast 300.000 Tonnen, doch die Eigentumsverhältnisse sprechen eine andere Sprache.
Große Namen wie Birkel und 3 Glocken gehören längst zur italienischen Newlat Group. Echte Unabhängigkeit wird zur Nische.
Den deutschen Werken bleibt oft nur die Flucht in den Export nach Frankreich, Großbritannien oder Polen, um die eigene Auslastung zu sichern. Das Allzeithoch beim Konsum – noch einmal 600 Gramm mehr als im Vorjahr – kommt nicht bei denen an, die es hierzulande erwirtschaften könnten.


