Im Verlauf des Dienstagvormittags musste der Euro leichte Kursverluste hinnehmen. Gegen Mittag lag der Wert der Gemeinschaftswährung bei 1,0830 US-Dollar, nachdem er am Morgen zeitweise auf fast 1,08 Dollar gefallen war. Am Montagnachmittag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs noch auf 1,0868 Dollar festgelegt.
Für die Schwankungen des Euro-Kurses zeichneten sich Äußerungen von EZB-Direktorin Isabel Schnabel verantwortlich. Die deutsche Notenbankerin äußerte die Einschätzung, dass weitere Zinsanhebungen angesichts des jüngsten Inflationsrückgangs eher unwahrscheinlich seien. Dies wurde als Hinweis auf stabile Leitzinsen interpretiert, da Schnabel als Verfechterin einer restriktiven Geldpolitik gilt. Gleichzeitig betonte sie, dass es noch zu früh sei, den Kampf gegen die Inflation als beendet zu betrachten.
Im Vormittagshandel konnten zudem positive Konjunkturdaten aus der Eurozone verzeichnet werden. Die Unternehmensstimmung verbesserte sich im November, allerdings auf niedrigem Niveau. Dennoch deuten die Indikatoren von S&P Global weiterhin auf eine schrumpfende Wirtschaft hin. Analysten halten eine technische Rezession für möglich, vor allem aufgrund des leichten Schrumpfens der Eurozone-Wirtschaft im Sommerquartal.
Aus den USA werden am Nachmittag vergleichbare Kennzahlen erwartet. Das ISM-Institut wird seinen Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor bekannt geben. Es wird damit gerechnet, dass sich die Situation dort verbessert hat. Aufgrund der üblichen Schweigeperiode vor der Zinsentscheidung Mitte Dezember werden jedoch keine Bemerkungen der US-Zentralbank Fed erwartet.