10. Februar, 2026

Politik

Der Epstein-Sumpf erreicht das Kabinett: Rücktrittsforderung gegen Trumps Handelsminister

Nach brisanten Enthüllungen über Besuche auf der berüchtigten Pädophilen-Insel fordert nun erstmals ein prominenter Republikaner den Sturz von Handelsminister Howard Lutnick. Der Vorwurf wiegt schwer: Hat der Minister über seine Verbindung zu dem verurteilten Sexualstraftäter gelogen?

Der Epstein-Sumpf erreicht das Kabinett: Rücktrittsforderung gegen Trumps Handelsminister
Rücktrittsforderung im US-Kabinett: Warum die Verbindung zwischen Howard Lutnick und Jeffrey Epstein jetzt zur Gefahr für die Trump-Regierung wird.

Was als ferner Skandal aus der New Yorker High Society begann, hat sich zu einem politischen Flächenbrand entwickelt, der nun direkt das Herz der Trump-Administration bedroht. Am 9. Februar 2026 ist die Ära der diplomatischen Zurückhaltung vorbei: Der republikanische Kongressabgeordnete Thomas Massie hat öffentlich den Rücktritt von Handelsminister Howard Lutnick gefordert. Es ist der erste massive Riss in der republikanischen Phalanx seit der Vereidigung des Kabinetts.

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Grund für den Aufschrei sind die jüngst veröffentlichten „Epstein-Files“ des US-Justizministeriums. Die Akten, deren Publikation Massie selbst mit vorangetrieben hatte, zeichnen ein Bild, das in krassem Widerspruch zu Lutnicks bisherigen Beteuerungen steht.

„Offen gesagt sollte er dem Präsidenten das Leben leichter machen und einfach zurücktreten“, erklärte Massie im Gespräch mit dem Sender CNN.

Die Akten-Lüge: Geheime Besuche auf der Insel der Schande

Der Kern des Skandals dreht sich um Lutnicks Aufenthalt auf Little St. James, Epsteins Privatinsel in der Karibik, die als Zentrum eines globalen Missbrauchsrings gilt. Lutnick hatte bisher stets behauptet, er habe bereits im Jahr 2005 entschieden, mit dieser „widerlichen Person“ nie wieder in einem Raum sein zu wollen. Doch die nun veröffentlichten E-Mails aus dem Jahr 2012 erzählen eine andere Geschichte.

Laut US-Medienberichten belegen die Dokumente, dass Lutnick und seine Familie im Jahr 2012 – also vier Jahre nach Epsteins erster Verurteilung wegen des Missbrauchs einer Minderjährigen – einen Besuch auf der Insel planten. Weitere Nachrichten legen nahe, dass dieser Besuch tatsächlich stattfand.

Für Massie ist der Fall klar: Lutnick hat die Öffentlichkeit und den Präsidenten belogen. Die reine Nennung in den Akten ist zwar kein Beweis für ein strafbares Fehlverhalten, doch der moralische und politische Schaden ist immens.

Geschäftliche Verflechtungen überdauerten Epsteins Haftstrafe

Doch nicht nur die privaten Besuche belasten den Handelsminister. Die Ermittlungen zeigen, dass die Verbindung zwischen dem Milliardär und dem heutigen Minister weit über nachbarschaftliche Höflichkeiten in New York hinausging. Wie die „New York Times“ berichtet, investierten Lutnick und Epstein gemeinsam in dasselbe Privatunternehmen – und das zu einem Zeitpunkt, als Epstein bereits als Sexualstraftäter registriert war.

Der Sender CBS News spricht von tiefgreifenden geschäftlichen Verbindungen, die trotz Epsteins krimineller Vergangenheit fortbestanden. Während Lutnick in einem Telefonat behauptete, er habe „keine Zeit“ mit Epstein verbracht, räumte ein Vertreter des Handelsministeriums mittlerweile ein, dass es nach 2005 „sehr begrenzte“ Kontakte gegeben habe. Diese scheibchenweise Taktik der Wahrheit sorgt im Kongress für massive Empörung.

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Thomas Massie zieht den brisanten Vergleich zu Großbritannien

Besonders schmerzhaft für die US-Regierung ist der Vergleich mit dem Ausland. In Großbritannien hat der Epstein-Skandal bereits zu mehreren Rücktritten im Umfeld der Regierung geführt. „Wenn das Großbritannien wäre, wäre er schon längst weg“, ätzte Massie in Richtung Lutnick. Der Abgeordnete macht deutlich, dass die Standards für ein Regierungsamt in den USA nicht niedriger hängen dürfen als in Europa.

Die brisanten Dokumente offenbaren zudem den enormen Reichtum Epsteins und die Leichtigkeit, mit der er sich trotz seiner Verurteilung in den höchsten Kreisen der Macht bewegte. Für die Trump-Administration wird Lutnick zunehmend zur Belastung. Das Narrativ der „Säuberung des Sumpfes“ wirkt wenig glaubwürdig, wenn ein Minister im Kabinett sitzt, dessen Name dutzendfach in den Akten eines der berüchtigtsten Pädophilen der Geschichte auftaucht.

Der Druck auf Donald Trump wächst von innen

Bisher schweigt das Weiße Haus zu den Rücktrittsforderungen, doch die Unruhe hinter den Kulissen ist greifbar. Wenn loyale Republikaner wie Massie – die eigentlich für ihre Standfestigkeit gegenüber demokratischen Angriffen bekannt sind – den Rückzug eines Ministers fordern, gerät die Personalie außer Kontrolle.

Lutnick wird nun jede einzelne Minute, die er nach 2005 mit Epstein verbracht hat, detailliert erklären müssen. In einem Klima, das durch die Veröffentlichung der Akten extrem aufgeheizt ist, könnte jeder weitere Fund in den Dokumenten zum endgültigen Todesstoß für seine politische Karriere werden.

Der Epstein-Skandal ist kein Geist der Vergangenheit mehr. Er ist die bittere Realität im Washington des Jahres 2026.