15. April, 2026

Wirtschaft

Der Boom des Online-Shoppings in Deutschland nimmt ab

Der Boom des Online-Shoppings in Deutschland nimmt ab

Der Anteil derjenigen, die mindestens die Hälfte ihrer Einkäufe online erledigen, ist von 32 Prozent im Jahr 2022 auf nun 26 Prozent gesunken. Dies geht aus einer Umfrage der Postbank hervor, an der 3038 Erwachsene im August dieses Jahres teilgenommen haben. Allerdings liegt der Wert immer noch höher als im Jahr 2019, als der Anteil bei 24 Prozent lag.

Auch der durchschnittliche Anteil der per Internet getätigten Einkäufe ist zum zweiten Mal in Folge gesunken. Von einem Höchstwert von 38 Prozent im Jahr 2021 ging er auf 35 Prozent im Jahr 2022 und liegt nun bei 30 Prozent. Im Jahr 2019 lag der Wert bei 29 Prozent.

Laut Thomas Brosch, dem Leiter des Digitalvertriebs der Postbank, normalisiert sich das Einkaufsverhalten wieder nach dem Ende der Corona-Beschränkungen. Insbesondere der Einzelhandel profitiert davon. Allerdings ist das Online-Shopping vor allem bei jüngeren Menschen nicht mehr wegzudenken. In der Altersgruppe der 18- bis 39-Jährigen erledigen 37 Prozent zumindest einen Teil ihrer Einkäufe im Internet, im Vergleich zu 26 Prozent bei den über 40-Jährigen.

Die "Postbank Digitalstudie" zeigt zudem, dass etwa die Hälfte der Online-Shopper angibt, nur noch Produkte im Internet zu bestellen, die sie sicher nicht zurücksenden werden. Mehr als 80 Prozent der Befragten stimmen seit Jahren der Aussage zu, dass es gesetzlich verboten sein sollte, dass Online-Händler zurückgesendete Ware vernichten.

Die EU-Kommission hat kürzlich Maßnahmen gegen diese Praxis ergriffen. Größere Händler dürfen unverkaufte Kleidung innerhalb der Europäischen Union nicht mehr vernichten. Allerdings sind kleine Unternehmen von diesem Verbot ausgenommen und mittlere Unternehmen haben eine Übergangsfrist von sechs Jahren. Grundsätzlich soll das Verbot zwei Jahre nach Inkrafttreten der Verordnung angewendet werden.