10. Januar, 2026

Unternehmen

Der Bitcoin-Wahnsinn: Droht Michael Saylor jetzt der totale Crash?

MSCI verschont den Krypto-Giganten vorerst, doch im Kleingedruckten lauert eine Milliarden-Gefahr für alle Anleger.

Der Bitcoin-Wahnsinn: Droht Michael Saylor jetzt der totale Crash?
Michael Saylor kauft weiter Bitcoin, doch MSCI ändert die Regeln. Warum der Strategy-Aktie trotz Aufschub der Absturz drohen könnte.

Michael Saylor spielt unbeirrt weiter. Der Gründer des US-Unternehmens Strategy hat das Jahr mit einer aggressiven Offensive begonnen und weitere 1300 Bitcoin erworben. Sein Unternehmen sitzt nun auf einem gigantischen Berg von über 673.000 digitalen Münzen. Das Geschäftsmodell ist simpel wie riskant: Schulden aufnehmen, Bitcoin kaufen, auf Rendite hoffen.

Diese neueste Kaufmeldung wirkt wie eine bewusste Provokation in Richtung der Finanzwächter von MSCI. Der mächtige Indexanbieter hatte monatelang geprüft, ob Firmen wie Strategy überhaupt noch ein operatives Geschäft betreiben oder ob sie de facto als unregulierte Krypto-ETFs fungieren. Ein Rauswurf aus den Welt-Indizes hätte katastrophale Folgen. Nun liegt die Entscheidung vor.

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Die aktuelle Gnadenfrist von MSCI ist trügerisch und gefährlich

Vordergründig können Anleger aufatmen. Strategy verbleibt vorerst in Schwergewichten wie dem MSCI World und dem MSCI USA. Der Markt reagierte euphorisch, die Aktie sprang nachbörslich um gut sieben Prozent an. Das Unternehmen selbst feiert dies auf der Plattform X als Sieg der „wirtschaftlichen Realität“.

Doch diese Erleichterung steht auf einem bröckeligen Fundament. Auf der Prognoseplattform Polymarket hatten bis zuletzt 77 Prozent der Investoren fest mit einem Ausschluss gerechnet. Dass dieser nun ausblieb, wiegt Anleger in falscher Sicherheit.

Der Teufel steckt im Detail der MSCI-Mitteilung. Der Indexanbieter hat die Pläne keineswegs beerdigt, sondern kündigte „weitere Untersuchungen und Konsultationen“ an. Das Szenario eines Rauswurfs ist nicht aufgehoben, sondern lediglich aufgeschoben. Das Damoklesschwert schwebt weiter über dem Aktienkurs.

Ein Index-Rauswurf würde eine historische Verkaufswelle auslösen

Sollte MSCI in naher Zukunft den Daumen senken, droht ein brutaler Ausverkauf. Passive Fonds und ETFs, die den Index stur abbilden, müssten ihre Bestände zwangsweise liquidieren. Es gibt keine Wahlmöglichkeit, die Algorithmen würden verkaufen.

Die Analysten von JPMorgan haben das Szenario durchgerechnet. Allein ein Ausschluss aus den MSCI-Indizes würde Abflüsse von 2,8 Milliarden Dollar verursachen. Das entspricht rund 6,2 Prozent der aktuellen Marktkapitalisierung.

Doch der Dominoeffekt wäre weitaus größer. Würden in der Folge auch der Nasdaq 100 oder die Russell-Indizes nachziehen, könnte sich die Summe der Zwangsverkäufe auf bis zu 8,8 Milliarden Dollar summieren. Für den Aktienkurs wäre dies ein verheerender Schlag.

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Der Indexanbieter dreht den Geldhahn für neue Bitcoin-Käufe zu

Abseits der Exklusions-Debatte hat MSCI bereits eine folgenschwere Entscheidung getroffen, die das Geschäftsmodell von Strategy im Mark trifft. Künftige Kapitalerhöhungen werden nicht mehr automatisch in den Indizes abgebildet.

Bislang konnte Strategy neue Aktien drucken, um Bitcoin zu kaufen, und passive ETFs mussten diese neuen Aktien anteilig erwerben, um die Indexgewichtung zu halten. Dieser Automatismus entfällt. Die garantierte Nachfrage durch indexnahe Fonds für Saylors Expansionspläne bricht weg. Das Unternehmen muss sich nun am freien Markt finanzieren, ohne den Rückenwind der passiven Geldströme.

Das einstige Premium der Aktie hat sich in Luft aufgelöst

Das Vertrauen des Marktes ist bereits massiv erodiert. Zahlten Investoren im vergangenen Jahr noch das Dreifache des eigentlichen Bitcoin-Bestandes für die Aktie, ist dieser Aufschlag nun komplett verschwunden.

Strategy wird an der Börse derzeit fast exakt mit dem Wert seiner Bitcoin-Bestände bewertet, inklusive der Schuldenlast. Der Glaube an eine systematische Überrendite gegenüber einem direkten Bitcoin-Investment ist verflogen. Sinkt der Aufschlag weiter, könnten Kritiker Recht behalten, die fordern, dass Strategy Bitcoin verkaufen muss, um laufende Anleihen zu bedienen.

Analysten träumen von Kursverdopplung trotz realer Risiken

Trotz dieser fundamentalen Warnsignale bleiben die Sell-Side-Analysten irrational optimistisch. Laut Bloomberg empfehlen 15 von 19 Experten die Aktie zum Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei phantastischen 462 Dollar – ein implizites Aufwärtspotenzial von 192 Prozent.

Diese Rechnung geht jedoch nur auf, wenn der Bitcoin-Preis explodiert. Ha Duong von BIT Capital betrachtet die Aktie nüchtern als „heiße Wette“. Für nachhaltige Gewinne müsste der Bitcoin sein Allzeithoch von knapp 126.000 Dollar nicht nur erreichen, sondern pulverisieren. Aktuell kämpft die Kryptowährung jedoch um die 90.000-Dollar-Marke. Strategy bleibt damit kein solides Investment, sondern ein hochvolatiler Spielball für Spekulanten.

Zuschauer empört über Prioritäten der Tagesschau
Ein Stromausfall legt Teile Berlins lahm, Menschen frieren in Notunterkünften. Die Tagesschau findet dafür 29 Sekunden. Danach bleibt noch reichlich Zeit für Pinguine. Ein dramaturgischer Zufall – oder ein sehr deutsches Nachrichtenverständnis.