Delivery Hero und seine spanische Tochter Glovo stehen vor einem entscheidenden Umbruch: Glovo plant, seine Lieferfahrer in Spanien von Freiberuflern zu Angestellten umzuqualifizieren. Diese Entscheidung erfolgt in Erwartung potenzieller Umklassifizierungsentscheidungen durch die spanischen Arbeitsbehörden. Mit Einführung des Modells im August 2021 ergab sich keine eindeutige Einigung über die Einstufung der Lieferfahrer, was Glovo nun zur Anpassung seines Geschäftsmodells veranlasst. Ziel ist es, rechtliche Unwägbarkeiten zu minimieren und Vorsorgemaßnahmen zu verbessern. Diese Umstellung wird sich mit 100 Millionen Euro negativ auf das bereinigte EBITDA für das Geschäftsjahr 2025 auswirken. Trotz der Herausforderungen prognostiziert Glovo, ein positives bereinigtes EBITDA im gleichen Zeitraum zu erreichen. Die angepassten Schätzungen der Rückstellungen sollen 2024 zwischen 440 Millionen und 770 Millionen Euro liegen und berücksichtigen Sozialversicherungsbeiträge, Bußgelder, Mehrwertsteuerforderungen sowie weitere Zahlungspflichten. Obwohl diese Entwicklungen bevorstehen, sieht Delivery Hero keinen Anlass für Rückstellungen im Zusammenhang mit den drohenden Umklassifizierungsentscheidungen. Das Unternehmen argumentiert mit unzureichender rechtlicher Grundlage für solche Entscheidungen. Bis zur endgültigen gerichtlichen Klärung wird Glovo gezwungen sein, vorläufig Zahlungen zu leisten oder Bankgarantien abzugeben, wobei die ersten im zweiten Quartal 2025 fällig werden. Delivery Hero hält unterdessen an seiner finanziellen Prognose für 2024 fest. Eine weitere Entwicklung im Konzern betrifft Talabat, dessen Aktien bis Mitte Dezember 2024 an der Börse in Dubai notiert werden sollen. Dies geschieht nach Zustimmung des Aufsichtsrats und vorbehaltlich der Genehmigung durch die Wertpapier- und Warenaufsichtsbehörde der Vereinigten Arabischen Emirate.
Wirtschaft
Delivery Hero: Glovo Spanien stellt auf Angestelltenmodell um