Bundeskanzler Friedrich Merz von der Christlich Demokratischen Union (CDU) hat jüngst mit einer Erklärung im französischen Fernsehen eine kontroverse Debatte ausgelöst, die die mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland zum Thema hat. Diese Debatte gewinnt an Komplexität durch die Fragestellung, ob diese Pflicht auch auf Frauen angewendet werden könnte. Die damit verbundenen Überlegungen stoßen insbesondere bei Vertretern der politischen Linken auf Ablehnung. So äußerte sich Desiree Becker, Verteidigungspolitikerin der Linkspartei, kritisch und betonte, dass solche Vorschläge nicht in erster Linie eine Frage der Gleichstellung seien, sondern vielmehr eine Tendenz zur verstärkten Militarisierung der Gesellschaft widerspiegelten.
In seinen Ausführungen deutete Kanzler Merz an, dass die Bundesregierung bereits daran arbeite, den Rekrutierungsprozess für die Bundeswehr zu optimieren. Ein entsprechender Gesetzentwurf könnte diese Bemühungen flankieren. Derzeit bleibt der Militärdienst freiwillig, jedoch ist eine Rückkehr zur Wehrpflicht, vorerst auf Männer beschränkt, eine Möglichkeit, wenn die angestrebten Rekrutierungszahlen nicht erreicht werden. Diese Pläne werfen zahlreiche Fragen auf, insbesondere bezüglich der praktischen Umsetzung einer möglichen Einbeziehung von Frauen in die Wehrpflicht, was eine Änderung des Grundgesetzes erforderlich machen würde.
Gegenwärtig ist die Wehrpflicht in Deutschland im Grundgesetz verankert, jedoch seit 2011 ausgesetzt und gilt nur für Männer. Eine erneute Einführung der Wehrpflicht könnte theoretisch mit einer einfachen Mehrheit im Parlament durchgesetzt werden. Im Gegensatz dazu würde eine allgemeine Dienstpflicht, die auch Frauen umfasst, eine Zweidrittelmehrheit im Bundestag erfordern. Ein Sprecher der Bundesregierung betonte, dass die Äußerungen von Kanzler Merz eigenständig betrachtet werden sollten, ließ jedoch im Raum stehen, wie konkret und detailliert die Vorschläge des Kanzlers tatsächlich sind.