Der deutsche Aktienmarkt schloss den Handelstag mit Zuversicht ab, angetrieben von der wachsenden Erwartung, dass die Zinsen bald sinken könnten. Der Dax, Deutschlands führender Aktienindex, konnte einen Anstieg verbuchen und endete den Tag bei einem Plus von 0,96 Prozent. Dieses Kurswachstum distanzierte ihn deutlich von der psychologisch wichtigen Marke von 18.000 Punkten. Trotz der positiven Entwicklung gelang es dem Index jedoch nicht, die Höchststände der Vorwoche vollständig hinter sich zu lassen.
Marktexperte Jochen Stanzl von CMC Markets kommentierte, der Dax müsse sich über die Marke von 18.200 Punkten etablieren, um eine signifikante Verbesserung der technischen Lage zu signalisieren. Starke Impulse fehlten jedoch am Montag, da der britische Markt aufgrund eines Feiertages pausierte und unternehmensseitig keine kursbewegenden Informationen vorlagen. Eine Belebung erwartet Stanzl erst in den kommenden Tagen, wenn die Berichtssaison wieder Fahrt aufnimmt. Gleichwohl erzielte der MDax der mittelgroßen Börsentitel einen Gewinn von 1,01 Prozent und schloss auf 26.567,44 Punkten.
In der Eurozone trugen positive Konjunkturdaten zur Kursstützung bei. Die Preise der Erzeuger sind im März weiter gefallen, und die Abschwächung dieses Rückgangs nährte die Spekulationen auf eine baldige Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) bereits im Juni. Hinzu kamen Daten aus dem April, die eine Verbesserung der Geschäfts- und Konjunkturstimmung anzeigten. In den USA hingegen führten enttäuschende Arbeitsmarktdaten zu der Annahme unter den Anlegern, die Federal Reserve könnte eine Zinssenkung schon im September vornehmen, und nicht wie zuvor angenommen im November.
Börsenbeobachter erwarten nun gespannt die kommenden Impulse von Unternehmensseite und die damit verbundene Reaktion des Aktienmarktes, wenn die Berichtssaison ihren Höhepunkt erreicht.