Der deutsche Aktienmarkt ist mit einem Dämpfer in die neue Woche gestartet und gibt seinen Erholungskurs bereits am Dienstag wieder auf. Die Ungewissheit an den Finanzmärkten zeigt sich deutlich spürbar, wie Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners unterstreicht. Der DAX zeigt dabei weiterhin eine Korrekturhaltung, die er parallel zu den asiatischen Aktienmärkten und der Wall Street einnimmt, welche nach Handelsschluss in Europa nachließen.
Die Zinsentwicklung sowie die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten bereiten Anlegern Sorgen und setzen den Börsenindex unter Druck. Der DAX verzeichnete einen Rückgang von 1,37 Prozent, während der MDAX 1,64 Prozent einbüßte. Auch der EuroStoxx 50 sank um 1,44 Prozent. Trotz des vorübergehenden Sprungs über die 21-Tage-Linie am Montag und der Annäherung an die 18.200-Punkte-Marke, warnt Chef-Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets vor zu viel Optimismus. Nur mit einer festen Rückeroberung der Unterstützungsmarke bei 18.200 Punkten könne der Korrekturmodus abgeschüttelt werden. Eine weitere Verschlechterung der Nachrichtenlage könnte den DAX weiter fallen lassen.
Die robusten Wirtschaftsdaten aus den USA, insbesondere die des Arbeitsmarktes und der Einzelhandelsumsätze, lassen Zweifel aufkommen, ob noch mit Zinssenkungen in diesem Jahr zu rechnen ist. Notenbank-Vertreterin Mary Daly betonte zudem, dass die Federal Reserve in punkto Senkungen nicht unter Druck steht und im Kampf gegen die Inflation noch Herausforderungen zu bewältigen hat. Die bedrohliche Entwicklung im Nahen Osten lastet zusätzlich schwer auf dem Markt.
Mit Blick auf die bevorstehende ZEW-Umfrage werden positive Impulse auf einem niedrigen Niveau erhofft, doch einige wenige Einzelwerte stachen bereits hervor. Beiersdorf konnte nach positiven Umsatzzahlen und einer verbesserten Umsatzprognose leichte Gewinne verbuchen. Zu den weiteren Gewinnern im DAX zählte Fresenius, die ohne konkrete Unternehmensmeldungen um 3,4 Prozent zulegten. Im MDAX konnte sich Nordex nach Veröffentlichung ihrer Quartalsaufträge im Bereich der Windkraftanlagen um 0,5 Prozent steigern. Drägerwerk hingegen verzeichnete trotz bestätigter Jahresziele einen Rückgang im SDax.