27. Februar, 2026

Politik

Davos-Beben: WEF-Präsident stürzt über dunkle Epstein-Schatten

Børge Brende ist am Ende. Der Präsident des Weltwirtschaftsforums tritt nach Enthüllungen über seine tiefgreifenden Kontakte zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein mit sofortiger Wirkung zurück. Drei Geschäftsessen und über 100 Nachrichten wurden dem Norweger zum Verhängnis.

Davos-Beben: WEF-Präsident stürzt über dunkle Epstein-Schatten
Lügen und Geheimtreffen: Warum Børge Brende nicht mehr WEF-Präsident ist. Die Details zur unabhängigen Untersuchung und den E-Mails mit Epstein.

Die Nachricht schlägt in der Welt der Superreichen und Mächtigen ein wie eine Bombe. Børge Brende, das Gesicht des Weltwirtschaftsforums (WEF) und ehemaliger norwegischer Außenminister, räumt seinen Posten. Offiziell will er der Organisation „Ablenkungen ersparen“, doch in Wahrheit ist sein Rücktritt die Konsequenz aus einem Lügengebilde, das vor den Augen der Weltöffentlichkeit in sich zusammengebrochen ist. Der Mann, der jahrelang die globale Elite in Davos um sich scharte, stolpert über seine Nähe zu einem der berüchtigtsten Kriminellen der jüngeren Geschichte.

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Noch im November 2025 hatte Brende öffentlich beteuert, niemals Kontakt zu Jeffrey Epstein gehabt zu haben. Eine glatte Lüge, wie neue Enthüllungen des US-Justizministeriums und Recherchen des „Tagesanzeigers“ nun belegen. Die Realität sieht düster aus: Über 100 Nachrichten wurden zwischen dem WEF-Präsidenten und dem Sexualstraftäter ausgetauscht. Die Korrespondenz offenbart eine gefährliche Nähe, die weit über rein formale Kontakte hinausgeht. Brende stimmte Epstein in E-Mails sogar zu, dass Davos die Vereinten Nationen ersetzen könnte – eine Hybris, die nun ein jähes Ende findet.

Abendessen mit dem Teufel im New Yorker Stadthaus

Die Details der unabhängigen Untersuchung, die von den Co-Vorsitzenden André Hoffmann (Roche) und Larry Fink (Blackrock) in Auftrag gegeben wurde, sind vernichtend. Brende nahm mehrfach an exklusiven Abendessen im berüchtigten New Yorker Stadthaus von Epstein teil. In illustrer, wenn auch fragwürdiger Gesellschaft – unter anderem mit dem ehemaligen Trump-Strategen Steve Bannon – wurden dort offenbar Fäden gezogen, die nun ans Licht der Öffentlichkeit zerren. Drei Geschäftsessen, zahlreiche SMS und ein intensiver E-Mail-Verkehr dokumentieren eine Verbindung, die Brende bis zuletzt zu vertuschen suchte.

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Für das Weltwirtschaftsforum ist dieser Rücktritt ein Super-GAU. In einer Zeit, in der die Organisation ohnehin mit Vorwürfen der Intransparenz und Elitenbildung zu kämpfen hat, zieht der Skandal um ihren Präsidenten die Glaubwürdigkeit der gesamten Institution in den Schmutz. Zwar betonten Hoffmann und Fink in einer ersten Reaktion, dass die Untersuchung keine Bedenken „über das bereits Bekannte hinaus“ ergeben habe, doch der Imageschaden ist bereits gigantisch. Brende hinterlässt ein Trümmerfeld, während Interimschef Alois Zwinggi nun versuchen muss, das sinkende Schiff in ruhigere Gewässer zu steuern.

Der Kollaps einer moralischen Instanz auf dem Weltparkett

Børge Brende war seit 2017 im Amt und galt als Architekt wichtiger Reformen. Doch seine Verstrickung in den Epstein-Sumpf macht ihn zur Persona non grata. Besonders die Tatsache, dass er Epsteins Vision einer Entmachtung der UN durch das private Davos-Forum teilte, nährt Verschwörungstheorien und berechtigte Kritik gleichermaßen. Es zeigt ein Weltbild, in dem sich die selbsternannte Elite über gewachsene internationale Institutionen erhebt – und dabei auch vor Kontakten zu Schwerverbrechern nicht zurückschreckt, wenn es dem eigenen Einfluss dient.

Die Suche nach einer dauerhaften Nachfolge gestaltet sich schwierig. Wer will in diesem vergifteten Klima das Erbe Brendes antreten? Das WEF steht vor einer existenziellen Krise. Die „Lösung ohne Ablenkung“, die Brende in seinem Abschiedsbrief beschwört, klingt wie Hohn angesichts der Schwere der Vorwürfe. Die Ära Brende endet nicht mit einem diplomatischen Erfolg, sondern mit einer Flucht vor der Wahrheit. Das Forum wird sich grundlegend wandeln müssen, wenn es jemals wieder als neutrale Plattform für globale Lösungen wahrgenommen werden will.

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