13. Januar, 2026

Unternehmen

Das Ende des Banken-Königs: Ermotti flieht vor dem 23-Milliarden-Showdown

Der UBS-Chef plant seinen Abgang für 2027. Während die Aktie glänzt, hinterlässt er seinem Nachfolger ein politisches Minenfeld und einen erbitterten Machtkampf.

Das Ende des Banken-Königs: Ermotti flieht vor dem 23-Milliarden-Showdown
Nachfolge-Krimi bei der UBS: Iqbal Khan und Rob Karofsky bringen sich in Stellung. Ermottis Rückzug läutet eine neue Ära ein.

Sergio Ermotti hat sein Verfallsdatum festgelegt. Der Mann, der als Retter der Schweizer Finanzplatz-Ehre gefeiert wird, bereitet seinen Abgang vor.

Im April 2027 soll Schluss sein. Das berichtet die „Financial Times“ unter Berufung auf interne Quellen. Damit endet die zweite Amtszeit des Tessiners nicht mit einem endlosen Machterhalt, sondern mit einem präzise getakteten Rückzug.

Die Nachricht kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Bank an der Börse triumphiert, aber politisch in Bern unter schwerem Beschuss steht. Der Zeitpunkt des Leaks ist kein Zufall.

Der Zeitplan folgt einer kühlen Logik der Vollendung

Ermottis Mission war von Beginn an klar definiert. Er kehrte im März 2023 zurück, um die havarierte Credit Suisse in die UBS zu integrieren. Diese Herkulesaufgabe diktiert nun auch seinen Abgang.

Bis Ende 2026 soll die Integration „im Wesentlichen“ abgeschlossen sein. Ermotti will diesen Erfolg noch für sich verbuchen. Er will als der CEO in die Geschichte eingehen, der die größte Bankenfusion Europas unfallfrei über die Bühne brachte.

Der kolportierte Rücktrittstermin rund um die Generalversammlung im Frühjahr 2027 passt exakt in dieses Narrativ. Er übergibt ein bestelltes Haus, zumindest operativ.

Der Verwaltungsrat hat diesen Zeitplan offiziell noch nicht abgesegnet. Doch in der Welt der Hochfinanz sind solche „Leaks“ oft Testballons, um die Reaktion der Märkte und der internen Machtzirkel zu prüfen.

Ein brutaler Hahnenkampf um den Thron bricht jetzt offen aus

Mit dem feststehenden Enddatum beginnt am Zürcher Paradeplatz das offene Rennen um die Krone. Die Kronprinzen haben genau ein Jahr Zeit, sich in Stellung zu bringen. Zurückhaltung ist ab jetzt keine Option mehr.

Im Fokus stehen Iqbal Khan und Rob Karofsky. Die beiden Co-Chefs der extrem wichtigen Wealth-Management-Sparte verwalten das Herzstück der Bank. Wer hier gewinnt, hat die besten Karten für den Gesamtsieg.

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Doch das Feld ist breiter. Beatriz Martin als Chief Operating Officer und Aleksandar Ivanovic als Leiter des Asset Managements sind mehr als nur Zählkandidaten. Sie repräsentieren die operative Stabilität, die nach der Ära des Charismatikers Ermotti gefragt sein könnte.

Für die UBS bedeutet dies zwölf Monate interne Spannung. Jeder Fehler eines Kandidaten wird jetzt mikroskopisch seziert. Allianzen werden geschmiedet und gebrochen.

Die Aktionäre feiern den Sanierer trotz aller politischen Turbulenzen

Die Bilanz von Ermottis zweiter Amtszeit ist aus Aktionärssicht makellos. Die Aktie hat sich seit der Übernahme der Credit Suisse mehr als verdoppelt.

Allein im vergangenen Jahr legte das Papier um rund ein Drittel zu. Der Kapitalmarkt vertraut Ermotti blind. Er hat geliefert, wo andere Zweifel hegten.

Die Integration der Credit Suisse verlief bisher fast geräuschlos. Die befürchteten operativen Katastrophen blieben aus. Das ist Ermottis Verdienst und sein stärkstes Argument.

Der Nachfolger erbt einen giftigen Streit mit der Schweizer Regierung

Ermottis Erbe enthält jedoch eine massive toxische Komponente. Der Streit mit der Schweizer Regierung über die Eigenkapitalvorschriften eskaliert zunehmend.

Es geht um 23 Milliarden Dollar. So viel zusätzliches Eigenkapital müsste die UBS aufbauen, wenn die Regierung ihre Forderung nach einer hundertprozentigen Kapitaldeckung der Auslandstöchter durchsetzt.

Die Bank wehrt sich mit Händen und Füßen. In einer 30-seitigen Erklärung warnte die UBS erst am Montag vor einer Schwächung der gesamten Schweizer Wirtschaft.

Ermottis Stil in dieser Debatte war wenig diplomatisch. Drohungen mit einer Sitzverlegung wurden zwar dementiert, hallen aber politisch nach. Der Bundesrat zeigt sich bisher unbeeindruckt von den Warnungen der Großbank.

Der neue CEO wird nicht nur Banker sein müssen, sondern auch Chefdiplomat. Er muss den Scherbenhaufen kitten, den Ermottis kompromissloser Kurs in Bern hinterlassen wird.

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