10. Januar, 2026

Unternehmen

Das blutige Ende einer Ära: Warum der BayWa-Boss jetzt gnadenlos abgesägt wird

Frank Hiller kämpft um sein Überleben, doch die Großaktionäre haben das Urteil längst gefällt.

Das blutige Ende einer Ära: Warum der BayWa-Boss jetzt gnadenlos abgesägt wird
BayWa in der Krise: CEO Hiller droht die Entlassung. Machtkampf, fehlende Strategie und Bafin-Ermittlungen belasten den Konzern.

Frank Hillers Stuhl wackelt nicht nur, er brennt bereits lichterloh. Weniger als ein Jahr nach seinem Amtsantritt steht der Vorstandsvorsitzende der BayWa vor dem abrupten Ende seiner Amtszeit.

Die Geduld der Eigentümer ist aufgebraucht. Was als Rettungsmission für den angeschlagenen Agrarkonzern begann, hat sich in einen offenen Machtkampf verwandelt, der das Unternehmen erneut zu lähmen droht.

Die Anzeichen verdichten sich massiv: Eine Trennung ist nicht mehr nur eine Option, sondern das wahrscheinlichste Szenario in den Fluren der Münchener Zentrale.

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Die kryptische Pflichtmitteilung markiert den Anfang vom Ende für den Vorstandschef.

Am Dienstagabend veröffentlichte der Konzern eine Pflichtmitteilung, die an bürokratischer Kälte kaum zu überbieten war. In nur zwei Sätzen wurde verkündet, der Aufsichtsrat habe „ergebnisoffen“ über die zukünftige personelle Ausrichtung beraten.

Diese diplomatische Formulierung ist in der Wirtschaftssprache ein kaum verhülltes Todesurteil. Wer als CEO das volle Vertrauen genießt, wird nicht Gegenstand einer ergebnisoffenen Diskussion in einer Ad-hoc-Meldung.

Unternehmenskreise bestätigen, dass es ausschließlich um die Personalie Hiller geht. Zwar wurden in der Sitzung am bayerischen Feiertag noch keine formalen Beschlüsse gefasst, doch das fehlende Vertrauensvotum spricht eine eindeutige Sprache.

Frank Hiller hat die Geduld der mächtigen Anteilseigner endgültig verspielt.

Der Kern des Konflikts liegt in einer nicht erfüllten Bringschuld. Hiller war angetreten, um BayWa eine Zukunftsvision zu geben. Geliefert hat er bislang nichts, was die genossenschaftlichen Großaktionäre überzeugt.

Die Bayerische Raiffeisen-Beteiligungs-AG, der größte Anteilseigner, hat den Druck nun maximal erhöht. In einem internen Schreiben wird unmissverständlich klargestellt, dass die finanzielle Unterstützung der Sanierung an klare Erwartungen geknüpft ist.

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Das bloße Abarbeiten von Sanierungsmeilensteinen reicht den Eigentümern nicht. Sie fordern eine Strategie, die über das Jahr 2028 hinausreicht. Hillers Plan, den Konzern gesundzuschrumpfen und zwei Drittel der Geschäfte zu veräußern, wird als visionslos und unzureichend wahrgenommen.

Der interne Machtkampf mit dem Sanierer lähmt die notwendige Neuausrichtung.

Hiller begeht einen klassischen Managementfehler: Er wildert im Revier anderer. Statt die langfristige Strategie zu entwickeln, verliert er sich im operativen Klein-Klein der Sanierung.

Dieser Bereich gehört jedoch Michael Baur. Der Chief Restructuring Officer (CRO) gilt als der starke Mann im Konzern, der die Deals mit Banken und Eigentümern überhaupt erst möglich gemacht hat.

Es herrscht ein Kompetenzgerangel, das die Führungsebene spaltet. Baur liefert Ergebnisse, wie den jüngst besiegelten Verkauf der Tochter Cefetra, der die Schuldenlast um über 600 Millionen Euro drückt. Hiller hingegen wirkt neben dem effektiven Sanierer zunehmend blass und überflüssig.

Die juristische Schlinge um die Konzernspitze zieht sich immer weiter zu.

Während die Führungsetage sich selbst zerfleischt, droht von außen weiteres Ungemach. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen frühere Vorstände im Zusammenhang mit dem Jahresabschluss 2023.

Auch die Bafin hat konkrete Anhaltspunkte für Verstöße gegen Rechnungslegungsvorschriften. Zwar betrifft dies die alte Garde, doch es vergiftet das Klima für jeden Neuanfang.

Ein Konzern, der 2024 fast kollabiert wäre und dessen Schuldenberg noch immer bei Milliarden liegt, kann sich kein Führungsvakuum leisten. Ohne eine radikale Strategie ist die aktuelle Sanierung nur eine Verlängerung des Sterbens auf Raten.

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