08. Januar, 2026

Politik

CSU und SPD im Konflikt: Erbschaftsteuer im Fokus der Auseinandersetzung

In der anhaltenden Debatte über die Reform der Erbschaftsteuer kommt es weiterhin zu deutlichen Spannungen zwischen der Christlich-Sozialen Union (CSU) und der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD). Auf der Klausurtagung im Kloster Seeon äußerte sich der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe, Alexander Hoffmann, kritisch zu den Reformvorschlägen der SPD. Er brandmarkte deren Pläne als „leistungsfeindlich“ und forderte die Priorisierung von Maßnahmen, die auf wirtschaftliches Wachstum und Förderung abzielen. Eine Erhöhung der Erbschaftsteuer, wie sie von der SPD vorgeschlagen wird, stößt bei der CSU auf entschiedenen Widerstand.

Die SPD hat unterdessen einen Gesetzentwurf vorgestellt, der eine verstärkte Besteuerung sehr großer Erbschaften vorsieht. Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Matthias Miersch, betonte in einem Interview mit der "Rheinischen Post", dass wohlhabende Erben stärker zur Finanzierung des Gemeinwohls beitragen sollten. Dies sei ein Gebot der Gerechtigkeit, insbesondere da es derzeit noch viele Möglichkeiten zur Umgehung der Steuerlast gebe. Das Bundesverfassungsgericht wird voraussichtlich bald in dieser Angelegenheit entscheiden. Gleichzeitig sieht der derzeitige Koalitionsvertrag keine expliziten Reformen der Erbschaftsteuer vor.

Auch aus der Wirtschaft erntet der Vorschlag Widerstand. Hildegard Müller, Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie, warnte eindringlich, dass eine Erhöhung der Erbschaftsteuer insbesondere für den Mittelstand schädlich sein könnte. Eine solche Maßnahme könnte negative Effekte auf Arbeitsplätze und wirtschaftliches Wachstum haben. Müller argumentiert, dass in der Wirtschaft Gewinne in die kommende Generation investiert werden, um so sowohl Arbeitsplätze zu sichern als auch Wohlstand zu fördern.

Im Gegensatz dazu verfolgt die CSU schon seit längerem einen differenzierten Ansatz zur Reform der Erbschaftsteuer. Die Partei plädiert für eine signifikante Senkung und Regionalisierung der Steuer. In dieser Hinsicht argumentiert die CSU, dass der Staat keine Profite aus der Lebensleistung seiner Bürger ziehen solle. Der Vorschlag der Partei beinhaltet eine deutliche Erhöhung der Freibeträge und eine Anpassung der Steuerregelung an regionale Gegebenheiten. Im Zuge der laufenden Klausurtagungen soll diese Haltung in ein umfassendes Positionspapier münden, das die politischen Leitlinien der CSU in dieser Frage festschreiben wird.