Unter der Leitung des kürzlich an der Hüfte operierten Markus Söder haben die Bundestagsabgeordneten der CSU ihre traditionelle Winterklausurtagung im idyllischen Kloster Seeon feierlich eröffnet. Für Alexander Hoffmann, der seit der Bundestagswahl im vergangenen Februar den Vorsitz der CSU-Landesgruppe inne hat, stellt diese Veranstaltung eine Premiere dar. Die Tagung hat für Parteichef Söder dabei eine besondere Bedeutung, da er nach einem medizinischen Eingriff über die Feiertage erstmals mit Krücken anreist.
Im Zentrum der Klausur steht eine breite Themenagenda, die die CSU-Delegation in den folgenden Tagen vertieft erörtern möchte. Ein vor der Tagung veröffentlichtes Positionspapier deutet darauf hin, dass die Partei bereit ist, einige ihrer politischen Positionen zu überdenken und einen Neustart zu wagen. Zu den diskutierten Maßnahmen gehören unter anderem die Wiedereinführung der Kernenergienutzung, die Abschiebungen syrischer Geflüchteter, vorgezogene Steuersenkungen sowie die Ausweitung der Videoüberwachung. Darüber hinaus spricht sich die CSU für härtere Strafen bei Angriffen auf Polizeibeamte aus.
Ein besonderes Anliegen für Markus Söder besteht darin, seinen Vorschlag zur Verlängerung der Arbeitszeiten in Deutschland zu unterstreichen. Seiner Ansicht nach sei dieser Schritt notwendig, um den finanziellen Herausforderunge in der Renten-, Gesundheits- und Pflegeversorgung adäquat begegnen zu können. Zudem hebt die Teilnahme von Josef Schuster, dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, am Eröffnungstag der Tagung, die traditionell engen Verbindungen der CSU zu den jüdischen Gemeinschaften hervor.
Die Grundstimmung innerhalb der CSU zu Jahresbeginn ist ambivalent. Trotz der Beteiligung an der Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz herrschen gemischte Gefühle. Mehrere wichtige Gesetzesreformen und signifikante Investitionen sind zwar auf den Weg gebracht worden, dennoch laboriert die Wirtschaft weiterhin an Problemen der Stagnation, die sich auch in den Umfragewerten der Bundesregierung niederschlagen. Im Verlauf der Woche wird Kanzler Merz selbst erwartet, um mit den CSU-Abgeordneten die gegenwärtigen Herausforderungen sowie die sich bietenden Chancen eingehend zu besprechen.