14. April, 2026

Politik

Columbia-Professoren im Kreuzfeuer der Kritik - Universität ermittelt

Columbia-Professoren im Kreuzfeuer der Kritik - Universität ermittelt

Die New Yorker Eliteuniversität Columbia sieht sich mit anhaltenden Kontroversen konfrontiert, als Abgeordnete anlässlich einer Anhörung am Mittwoch kritische Fragen zu den Äußerungen mehrerer Fakultätsmitglieder stellten. Im Blickpunkt standen insbesondere die pro-palästinensischen Haltungen einiger Professoren, die sich durch ihre öffentlichen Stellungnahmen hervortaten.

Joseph Andoni Massad, Professor für moderne arabische Politik und Geistesgeschichte palästinensisch-christlicher Herkunft und Columbia-Alumnus, geriet ins Visier von Abgeordnetem Tim Walberg. Massad, für seine anti-israelischen Positionen bekannt, hatte im Online-Magazin The Electronic Intifada einen Artikel veröffentlicht, in dem er eine offensive Aktion der Hamas als Vergeltung für israelische Siedlungen nahe des Gazastreifens als 'Widerstandshandlung' bezeichnete. Der Artikel, sowie Massads Bezeichnung der Angriffe als 'awesome', löste heftige Reaktionen und Forderungen nach seiner Entlassung aus, die in einer von Zehntausenden unterschriebenen Petition eines Columbia-Studenten gipfelten.

Massads umstrittene Haltung führte bereits in der Vergangenheit zu Diskussionen; so äußerten sich 14 Professoren der Universität kritisch in einem Schreiben an den Provost, als er 2009 seine Festanstellung erhielt. Trotz der hohen Hürden für eine Kündigung bei festangestellten Professoren, wird er zurzeit, wie Columbia-Präsidentin Nemat 'Minouche' Shafik verlautbaren ließ, nicht mehr in seiner Führungsposition, in der er ein akademisches Prüfungsgremium leitete, tätig sein.

Ebenfalls erwähnt wurde Katherine Franke, eine Rechtsprofessorin und Aktivistin, die in einem Artikel für The Nation das Thema akademischer Freiheit an der Columbia-Universität beleuchtete. Sie sieht sich wegen einer Äußerung, die israelische Studierende mit Armeeerfahrung als gefährlich brandmarkte, mit Untersuchungen konfrontiert.

Mohamed Abdou, ein für das Frühjahr 2024 angesetzter Gastwissenschaftler, wurde von Abgeordneter Elise Stefanik hinsichtlich seiner Einstellung und eines umstrittenen Social-Media-Posts zu terroristischen Gruppen befragt. Präsidentin Shafik schloss in ihrem Zeugnis weitere Beschäftigungsmöglichkeiten Abdous an der Universität kategorisch aus.

Unter den Namen, die im Rahmen der Anhörung diskutiert wurden, finden sich somit drei akademische Persönlichkeiten, deren Äußerungen Fragen zur akademischen Freiheit und zum Umgang mit diskriminierenden Aussagen an Hochschulen aufwerfen.