Europäische Automobilzulieferer sehen sich einem zunehmenden Wettbewerb aus China gegenüber, der zu einem beträchtlichen Verlust an Marktanteilen geführt hat. Laut einer Studie der Unternehmensberatung Strategy&, einem Bestandteil von PwC, ist der globale Marktanteil deutscher Zulieferer bis zum Jahr 2024 auf 23 Prozent gesunken. Dies entspricht einem Rückgang von drei Prozentpunkten innerhalb eines Jahrzehnts. Gleichzeitig verzeichneten chinesische Unternehmen einen bemerkenswerten Anstieg ihres Marktanteils von 5 auf 12 Prozent, was ihre neu gewonnene Schlüsselrolle in der Branche verdeutlicht.
Dieser Wandel lässt sich auch auf den schwächelnden Absatz europäischer Automobilhersteller zurückführen, die die bedeutendsten Kunden deutscher Zulieferer darstellen. Besonders in China verloren deutsche Marken an Boden, während einheimische Hersteller zunehmend auf lokal produzierte Komponenten setzen. Trotz eines leichten Anstiegs des Gesamtumsatzes im Automobilsektor auf 1,15 Billionen Euro, konnten vor allem chinesische Unternehmen von dieser Entwicklung profitieren.
Chinesische Firmen zeichnen sich insbesondere durch ihre Fähigkeit aus, neue Produkte schnell und kostengünstig auf den Markt zu bringen, vor allem in den Bereichen Batterie und Software. Diese Fähigkeiten verschafften ihnen nicht nur technologische, sondern auch preisliche Wettbewerbsvorteile. Dennoch ist die Zukunftsperspektive für die deutsche Autoindustrie nicht ausschließlich negativ, wie die Berater von Strategy& betonen. Bereits in den 1990er Jahren haben deutsche Unternehmen Krisen erfolgreich überwunden und daraus Lehren für die Weiterentwicklung gezogen. Eine strategische Neuausrichtung wird nun gefordert: Investitionen in neue Technologiefelder und eine Beschleunigung der Entwicklungsprozesse sollten im Fokus stehen.
Henning Rennert, einer der Studienautoren, weist darauf hin, dass die Branche vor Herausforderungen steht, jedoch auch mit Zuversicht in die Zukunft blickt. Die Fähigkeit der deutschen Industrie, aus vergangenen Krisen zu lernen und sich weiterzuentwickeln, zeigt, dass selbst in schwierigen Zeiten Potenzial für Erneuerung und Wachstum bestehen kann.