Die chinesische Zentralbank hat Pläne bekräftigt, auch im kommenden Jahr eine unterstützende Geldpolitik zu verfolgen, um das Wirtschaftswachstum zu fördern. Diese Ankündigung kommt angesichts neuer Herausforderungen durch einen möglichen Handelskrieg mit den USA, ausgelöst durch die zweite Amtszeit von Donald Trump.
Laut einer Erklärung der Zentralbank erklärte Gouverneur Pan Gongsheng auf einem Finanzforum in Peking, dass die People's Bank of China (PBOC) an ihrem expansiven geldpolitischen Kurs für 2025 festhalten werde. Dabei betonte Pan, dass die Zentralbank die Konjunktur durch "konjunkturausgleichende Anpassungen" stützen werde. Solche Maßnahmen zielen darauf ab, die abkühlende Wirtschaftstätigkeit zu beleben. Zusätzlich wird die PBOC diverse Instrumente nutzen, um sowohl die Liquidität aufrechtzuerhalten als auch die Finanzierungskosten für Unternehmen und Haushalte zu senken.
Die Unterstützung durch die Geldpolitik wird im kommenden Jahr von entscheidender Bedeutung sein, denn der designierte US-Präsident hat angekündigt, hohe Zölle auf chinesische Waren zu erheben. Dies bedroht die Exportaussichten Chinas, die seit der Pandemie ein wichtiger Wachstumstreiber gewesen sind. Der Yuan sank am Dienstag auf den niedrigsten Stand seit etwa einem Jahr gegenüber dem US-Dollar, da Händler verstärkt auf ein schwächeres Wachstum in China setzen, angesichts des Risikos höherer US-Zölle.
Nach einer Reihe gewagter Maßnahmen zur Wachstumsförderung seit Ende September zeigt die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft in den letzten Wochen Anzeichen einer Stabilisierung. Die Zentralbank senkte signifikant die Zinssätze und die Mindestreservesätze, welche das von den Banken vorzuhaltende Geldvolumen festlegen. Weitere Senkungen werden in den kommenden Monaten erwartet, möglicherweise noch vor Jahresende.
Während des Montagsereignisses kündigte Pan auch Änderungen im Umfang der M1-Geldmenge an, die nun verbessert erhoben werden soll. Die M1 widerspiegelt die tatsächliche Kaufkraft der Wirtschaft und wird zukünftig auch individuelle Sichteinlagen sowie auf Plattformen gespeicherte Gelder, wie in den beliebten digitalen Brieftaschen Alipay und WeChat, umfassen.
Analysten prognostizieren, dass die Anpassungen den Rückgang der M1-Geldmenge zwar verengen könnten, jedoch der Abwärtstrend weiterhin anhalten wird. Im Oktober fiel die M1 dem früheren Berechnungsmuster zufolge um 6,1 % im Vergleich zum Vorjahr. Unter der neuen Methode wäre der Rückgang lediglich 2,3 % gewesen, basierend auf Schätzungen von Caitong Securities.