Der US-Konzern zieht die Notbremse und kündigt eine aggressive Kostensenkung an
Der Chemieriese Dow (DOW.N) hat am Donnerstag einen massiven Stellenabbau verkündet. Rund 4.500 Arbeitsplätze fallen einer umfassenden Restrukturierung zum Opfer. Ziel dieser drastischen Maßnahme ist es, die Profitabilität des Unternehmens um mindestens 2 Milliarden US-Dollar zu steigern.
Die Märkte reagierten sofort auf die Ankündigung des harten Sparkurses. Im vorbörslichen Handel legte die Dow-Aktie um 2,3 Prozent zu. Investoren bewerten die Bereitschaft des Managements, strukturelle Ineffizienzen zu beseitigen, offenbar positiver als die aktuellen operativen Herausforderungen.
Diese Entscheidung fällt in eine Phase, in der das Unternehmen gegen eine anhaltend schwache Nachfrage kämpft. Der globale Preisdruck und interne Ineffizienzen zwingen den Konzern nun zu diesem radikalen Schritt.
Hohe Energiekosten und Regulierung machen das Europageschäft zum Sanierungsfall
Die gesamte globale Chemiebranche steht unter Zugzwang. Stagnierende Absatzzahlen treffen auf explodierende Produktionskosten, insbesondere in Europa. Hinzu kommen immer strengere Umweltauflagen, die die Margen der Produzenten weiter unter Druck setzen.
Dow hatte bereits 2024 eine strategische Überprüfung seiner europäischen Vermögenswerte eingeleitet. Diese Analyse wird nun konsequent umgesetzt. Dabei stehen nicht nur reine Produktionsanlagen auf dem Prüfstand.
Auch Vermögenswerte, die keine direkten Produkte herstellen, werden neu bewertet. Dazu gehören die Energie- und Dampferzeugung sowie Pipelinesysteme im globalen Portfolio. Alles, was nicht zum Kerngeschäft beiträgt oder unrentabel ist, steht zur Disposition.
Trotz operativer Verluste übertrifft Dow die pessimistischen Erwartungen der Wall Street
Die finanzielle Neuaufstellung ist nicht billig. Dow rechnet für die Jahre enk 2026 und 2027 mit einmaligen Restrukturierungskosten in einer Spanne von 1,1 bis 1,5 Milliarden US-Dollar. Diese Investition soll jedoch langfristig die Kostenbasis signifikant senken.
Im abgelaufenen vierten Quartal, das am 31. Dezember endete, schrieb das Unternehmen rote Zahlen. Der bereinigte Verlust lag bei 34 Cent pro Aktie. Dies ist zwar ein negatives Ergebnis, fällt jedoch besser aus als befürchtet.
Analysten hatten laut LSEG-Daten im Durchschnitt mit einem noch höheren Verlust von 46 Cent pro Aktie gerechnet. Dass Dow diese düstere Prognose schlagen konnte, stützt das Vertrauen der Anleger in die Handlungsfähigkeit des Managements.

