15. Februar, 2026

CEO-Beben: Belén Garijo verlässt Merck für Sanofi-Spitze

Paukenschlag in der Pharmabranche: Merck-Chefin Belén Garijo wechselt überraschend zum französischen Giganten Sanofi. Während Sanofi-CEO Paul Hudson abrupt gehen muss, übernimmt Garijo im April das Ruder, um die kriselnde Forschung des Konzerns zu retten.

CEO-Beben: Belén Garijo verlässt Merck für Sanofi-Spitze
Pharma-Beben 2026: Warum Sanofi-Chef Hudson gehen muss und Belén Garijo als erste Frau an die Spitze des französischen Giganten rückt.

Der Pharmasektor steht vor einem gewaltigen Umbruch in der Führungsetage. Wie der französische Konzern Sanofi am 12. Februar 2026 bekannt gab, wird Belén Garijo (65) zum 29. April neue Vorstandsvorsitzende. Sie folgt auf Paul Hudson, dessen Vertrag nicht verlängert wurde und der bereits zum 17. Februar zurücktritt. Bis zum Amtsantritt der Spanierin wird Verwaltungsratsmitglied Olivier Charmeil die Geschäfte interimistisch führen.

Garijo kehrt damit an eine alte Wirkungsstätte zurück: Vor ihrem 15-jährigen Engagement beim Darmstädter DAX-Konzern Merck war sie bereits über ein Jahrzehnt für Sanofi tätig. Bei Merck hinterlässt sie ein geordnetes Haus; ihr Nachfolger Kai Beckmann, bisheriger Elektronik-Chef des Konzerns, wird das Amt zum 1. Mai übernehmen.

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Sanofis Forschungs-Krise: Der Druck auf Garijo ist enorm

Die Berufung Garijos ist ein klares Signal für einen radikalen Strategiewechsel in Paris. Sanofi kämpft seit geraumer Zeit mit Rückschlägen in der klinischen Forschung. Wichtige Hoffnungsträger wie das Multiple-Sklerose-Mittel Evobrutinib enttäuschten, während Konkurrenten wie AstraZeneca ihre Budgets für Forschung und Entwicklung (F&E) massiv aufstockten.

Garijos Kernaufgabe wird es sein, die Produktivität der F&E-Abteilung drastisch zu erhöhen. Dies ist besonders kritisch, da der Patentschutz für Sanofis Blockbuster Dupixent Anfang der 2030er-Jahre ausläuft. Analysten bewerten Garijo als konsequente Umsetzerin, die bei Merck vor allem durch Kostendisziplin und strategische Deals, wie den Preisdeal mit US-Präsident Trump, überzeugte.

Börsenecho: Sanofi-Aktie unter Druck, Merck stabil

Die Anleger reagierten am Donnerstag verunsichert auf den abrupten Wechsel. Die in Paris notierte Sanofi-Aktie verlor zeitweise knapp sechs Prozent an Wert. Analysten von Jefferies merkten kritisch an, dass Garijo bei Merck zwar solide abgeliefert, aber die ganz großen Wachstumssprünge in der Life-Science-Sparte vermissen lassen habe.

Im Gegensatz dazu notierte die Merck-Aktie leicht im Plus (+0,8 %). Investoren in Darmstadt setzen auf Kontinuität durch Kai Beckmann, während das Kapitel Garijo als Erfolg gewertet wird. Die Spanierin bewies während der Pandemie und der anschließenden Marktbereinigung eine ruhige Hand und stärkte durch Zukäufe wie Springworks Therapeutics das Biotech-Profil des Konzerns.

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