Im Endspurt zur Bürgerschaftswahl in Hamburg setzt CDU-Spitzenkandidat Dennis Thering auf eine gezielte Ansprache von FDP- und AfD-Wählern. Auf einer Parteiveranstaltung machte er deutlich, dass Stimmen für die FDP aufgrund der schlechten Umfragewerte vergeudet seien, und dass die AfD aufgrund ihrer Koalitionsunfähigkeit ebenfalls keine Alternative darstelle. Jüngste Umfragen von Infratest dimap verorten die FDP in der Hansestadt bei mageren drei Prozent.
Thering signalisiert seine Offenheit für eine Zusammenarbeit mit der SPD, sollte Rot-Grün die Mehrheit verfehlen. Bürgermeister Peter Tschentscher bevorzugt weiterhin eine Koalition mit den Grünen, doch die CDU sieht ihre Chance, diese Konstellation zu durchbrechen und selbst in den Senat einzuziehen.
Unterstützt wurde Thering in seinen Bestrebungen von Ex-Bürgermeister Ole von Beust, der als Gastredner Thering für seine Energie lobte und die politische Borniertheit der SPD kritisierte. Von Beust, ein politisches Vorbild Thering's und Befürworter des Potenzials der CDU bei Grünen-Wählern, erkennt auch bürgerlich orientierte Stimmen unter den Grünen-Anhängern als gewinnbar. Er führte Hamburg von 2001 bis 2010 und initiierte 2008 die erste schwarz-grüne Koalition auf Landesebene.