Der CDU-Wirtschaftsrat hat mit einem kontroversen Forderungskatalog die politische Landschaft in Deutschland erheblich in Bewegung versetzt. Im Zentrum der Diskussion steht die Anregung, Zahnarztkosten zukünftig nicht mehr durch die Sozialversicherung abzudecken, sondern diese privat zu regeln. Diese Position wurde von der SPD als „Eiszeit pur“ scharf kritisiert. Auch Vertreter anderer Parteien haben die Vorschläge als „unsozial“ gebrandmarkt und mahnen vor negativen Konsequenzen für die breite Bevölkerung.
Das Papier, das den Titel „Agenda für die Arbeitnehmer in Deutschland“ trägt, schlägt umfangreiche Reformen im Bereich der Sozialabgaben und sozialen Sicherungssysteme vor. Eines der Hauptanliegen ist die Senkung der Sozialabgaben, während zugleich bestimmte Leistungen privatisiert werden sollen. Insbesondere Zahnarztbehandlungen sollen aus dem staatlichen Umlagesystem der gesetzlichen Krankenkassen ausgeschlossen werden. Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrates, unterstreicht die Notwendigkeit einer grundlegenden Debatte über den Leistungskatalog der Krankenkassen, um der ständigen Erhöhung der Sozialabgaben entgegenzuwirken.
Darüber hinaus plädiert der Wirtschaftsrat für weitreichendere Reformen in anderen Bereichen der sozialen Sicherung. So wird die Streichung von Wegeunfällen aus der Unfallversicherung in Betracht gezogen, während private Zusatzversicherungen in der Pflege stärker eingebunden werden sollen. Besonders umstritten ist der Vorschlag zur Verkürzung der Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes auf maximal zwölf Monate, was auf erhebliche Kritik seitens der sozialen Interessengruppen gestoßen ist.
Ebenfalls ein zentraler Punkt im Forderungskatalog des Wirtschaftsrates ist die Reduktion von Steuern und Abgaben zur Ankurbelung der Wirtschaft. Hierbei soll auch die Anhebung der Einkommensschwelle für den Spitzensteuersatz sowie eine Senkung der Unternehmenssteuersätze auf maximal 25 Prozent überprüft werden. Diese Maßnahmen sollen laut Wirtschaftsrat die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands auf internationaler Ebene stärken und gleichzeitig Anreize für wirtschaftliches Wachstum schaffen.
Die SPD und Die Linke haben den Forderungskatalog des CDU-Wirtschaftsrats vehement kritisiert. Insbesondere die Streichung der Zahnarztleistungen aus dem sozialen Versicherungssystem wird als Angriff auf die breite Bevölkerung verurteilt. Der Sozialverband Deutschland warnt eindringlich vor der Etablierung einer Zwei-Klassen-Medizin, die vermögenderen Bürgern einen besseren Zugang zu Gesundheitsleistungen ermöglicht. Diese politische Auseinandersetzung um den Vorstoß des CDU-Wirtschaftsrates verspricht, noch lange andauern zu können, während sie weiterhin die öffentliche Diskussion prägt.