In Vorbereitung auf den Bundesparteitag der Christlich Demokratischen Union (CDU) haben führende Medizinerverbände und Verbraucherschutzorganisationen in einem offenen Brief eindringlich die Einführung einer Herstellerabgabe auf stark gezuckerte Getränke gefordert. Insbesondere im Hinblick auf die Gesundheit zukünftiger Generationen sehen sie dringenden Handlungsbedarf, um die rasante Zunahme ernährungsbedingter Erkrankungen und die damit verbundenen enormen Kosten für die Gesellschaft zu bekämpfen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat zuckergesüßte Getränke als eine der Hauptursachen für ernährungsbezogene Gesundheitsprobleme wie Adipositas, Diabetes und Karies identifiziert. In diesem Zusammenhang haben sich die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch und 45 weitere Verbände zusammengeschlossen, um an die Delegierten der CDU zu appellieren, diese Forderungen zu unterstützen und den Vorschlag für eine "Limo-Steuer" – abgestuft nach dem Zuckergehalt der Getränke – positiv zu prüfen. Eine solche Steuer könnte den Konsum von Zucker signifikant reduzieren und damit die Gesundheit der Bevölkerung durch alle Altersstufen hinweg fördern.
Der Vorstoß wird von prominenten Institutionen wie der Bundesärztekammer, der Bundeszahnärztekammer und dem Deutschen Kinderhilfswerk unterstützt. Während des Parteitags steht ein Antrag des CDU-Landesverbandes Schleswig-Holstein zur Debatte, der sich für eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke ausspricht. Ziel ist es, insbesondere die Ernährungsgewohnheiten von Kindern und Jugendlichen zu verbessern. Die Vorschläge beinhalten nicht nur gestaffelte Steuersätze, um den Zuckeranteil in Getränken zu verringern, sondern auch eine Altersbeschränkung von 16 Jahren für den Konsum von Energy-Drinks.
Jedoch bleibt der Erfolg dieser Initiative ungewiss, da die Vorstands-Kommission der CDU empfohlen hat, den Antrag nicht anzunehmen. Darüber hinaus hat der Bundesernährungsminister, Alois Rainer, seiner ablehnenden Haltung gegenüber einer Zuckersteuer Ausdruck verliehen und sich bislang entschieden gegen eine solche Maßnahme ausgesprochen. Diese divergierenden Ansichten verdeutlichen die Komplexität und Sensibilität des Themas, das zweifellos weiterhin für kontroverse Diskussionen sorgen wird.