15. Februar, 2026

Politik

CDU-Generalsekretär Linnemann plädiert für Steuerentlastungen und Bürgergeldreformen

Carsten Linnemann, Generalsekretär der Christlich Demokratischen Union (CDU), hat sich für eine tiefgreifende Reform der Einkommensteuer ausgesprochen, die gezielt höhere Einkommensschichten entlasten soll. Im Rahmen seiner Vorschläge plädiert Linnemann dafür, den Spitzensteuersatz erst ab einem Jahresbruttoeinkommen von 80.000 Euro anzuwenden, wohingegen dieser bislang bereits ab 68.000 Euro fällig wird. Diese Maßnahme zielt darauf ab, den sogenannten 'Mittelstandsbauch' zu reduzieren und den steuerlichen Druck auf die Mittelschicht spürbar zu mindern. Linnemann erkennt an, dass eine stärkere Entlastung für Geringverdiener eher über die Reduzierung von Lohnnebenkosten erreicht werden sollte und spricht sich für konstruktive Gespräche mit der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) aus, um ein umfassendes Reformpaket zu entwickeln.

In Bezug auf die Sozialabgaben zeigt sich Linnemann vorsichtig optimistisch. Er betrachtet die Stabilisierung der Sozialbeiträge bereits als Erfolg. Angesichts des aktuellen Beitragsniveaus, das sich der 45-Prozent-Marke nähert, strebt er eine mittelfristige Senkung auf 40 Prozent an. Forderungen der SPD, zusätzliche Sozialabgaben auf Einkünfte aus Mieten und Kapital zu erheben, lehnte er im Vorfeld des bevorstehenden CDU-Parteitags in Stuttgart entschieden ab.

Linnemann äußerte sich auch kritisch gegenüber der laufenden Reform des Bürgergeldes. Er hält zusätzliche Verschärfungen für notwendig und kritisiert, dass einige Menschen ihre Erwerbstätigkeit auf ein Minimum von fünf bis zehn Stunden reduzieren, dabei jedoch durch Aufstockungen mittels Bürgergeld finanziell unterstützt werden. Insbesondere die Regelung, wonach die ersten 100 Euro eines Zuverdienstes anrechnungsfrei bleiben und daraufhin 80 Prozent des restlichen Zuverdienstes angerechnet werden, betrachtet Linnemann als kontraproduktiv. Seiner Auffassung nach schaffen diese Bestimmungen Anreize, nur geringfügig zu arbeiten. Er schlägt deshalb vor, dass Einkünfte bei geringer Beschäftigungszeit vollständig auf das Bürgergeld angerechnet werden sollen, um derartige Anreize zu minimieren und die Eigenverantwortung zu stärken.