Die jüngsten Ereignisse in Venezuela haben die globale Ordnung erneut ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt und beleuchten die wachsenden Herausforderungen im internationalen Miteinander. Die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die Vereinigten Staaten hat das ohnehin angespannte politische Klima zwischen den Nationen weiter erhitzt. In dieser angespannten Lage hat die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag eine Aktuelle Stunde beantragt, um die Rolle Deutschlands bei der Verteidigung der internationalen Ordnung zu thematisieren. Dieser Antrag spiegelt die Besorgnis der Fraktion über die bisher zurückhaltende Reaktion der Bundesregierung auf das militärische Eingreifen der USA im südamerikanischen Land wider.
Irene Mihalic, die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Fraktion, äußerte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur scharfe Kritik an der "Passivität und Sprachlosigkeit" der Bundesregierung. Sie sieht im Eingreifen der USA eine Verletzung des Völkerrechts. Trotz fehlender Sympathien für den unter Arrest gesetzten Nicolás Maduro, betonen die Grünen die Gefahr eines Präzedenzfalls, der künftige Regelverletzungen nach sich ziehen könnte. Frau Mihalic unterstreicht die Notwendigkeit Deutschlands, aktiv daran mitzuwirken, derartige Kettenreaktionen zu vermeiden und fordert die Regierungskoalition eindringlich auf, sich klar und eindeutig für die Einhaltung der internationalen Ordnung einzusetzen.
Der deutsche Außenminister Johann Wadephul von der CDU zeigte Verständnis für die komplexen internationalen Beziehungen Venezuelas, zu denen unter anderem die Einflussnahme Chinas und Russlands zählt. In einer Stellungnahme betonte er die Vielschichtigkeit der venezolanischen Situation, die über eine einfache Betrachtung hinausgeht. Er fordert, dass in zukünftigen Diskussionen die völkerrechtlichen Fragen gründlich geprüft und berücksichtigt werden müssen. Während eines Besuchs in Litauen bekundete Wadephul zudem seine Hoffnung auf demokratische Neuwahlen in Venezuela, um dem Volk die Möglichkeit der Selbstbestimmung zu eröffnen. Seine Ausführungen unterstreichen die Bedeutung einer differenzierten Betrachtungsweise der internationalen Verflechtungen und rechtlichen Fragen, die in dieser Krise auf dem Spiel stehen.
Die Entwicklungen in Venezuela werfen grundlegende Fragen auf, die von allen beteiligten Akteuren ein umsichtigeres Vorgehen und mehr Engagement in der globalen politischen Arena erfordern. Die anhaltende Debatte in Deutschland verdeutlicht, wie wichtig eine durchdachte und kohärente Außenpolitik ist, die völkerrechtliche Normen achtet und die Stabilität in der Welt fördert.